Verkehrssicherheit Mit 100 Sachen um Putzbrunn herum

Es gab schon einmal ein Tempolimit - das wurde außer Kraft gesetzt.

(Foto: Johannes Simon)

Das Landratsamt lehnt den Antrag der Gemeinde ab, das Tempo auf der Ortsumfahrung auf 70 zu drosseln.

Von Stefan Galler, Putzbrunn

So recht übersichtlich ist die Verkehrssituation nicht, gerade im diffusen Licht der Dämmerung: Die Ortsumfahrung der Gemeinde Putzbrunn, die von der Münchner Straße über die B 471 bis zum Grasbrunner Kreisel verläuft, weist seit 2014 keine Geschwindigkeitsbegrenzung mehr auf, was offenbar bei Teilen des Gemeinderates Sorgen geweckt hat.

Auf Antrag der CSU-Fraktion wurde das Landratsamt mit großer Zustimmung aufgefordert, auf diesem Teil der Staatsstraße 2079 Tempo 70 zu verfügen. Doch die Behörde kam dem Ansinnen der Lokalpolitiker nicht nach. Somit gilt für die Umfahrung weiterhin Tempo 100.

"Ich bin mit dieser Entscheidung nicht glücklich", sagte Bürgermeister Edwin Klostermeier (SPD). Wie zahlreiche seiner Kollegen im Gemeinderat vertritt auch der Rathauschef die Ansicht, dass das Gefahrenpotenzial in diesem Bereich zu hoch ist, als dass man ohne ein Speedlimit auskommen würde.

Das Landratsamt wiederum bezieht sich in seiner Begründung für die Ablehnung einer Geschwindigkeitsbeschränkung auf eine entsprechende Stellungnahme des Polizeipräsidiums München. Demnach könne nicht bestätigt werden, dass dieser Bereich der Staatsstraße besonders gefährlich sei. Die Fahrbahnbreite liege zwischen 6,80 und 7,20 Metern, das Landratsamt nennt die Straße aufgrund dieses Wertes "ausreichend und übersichtlich ausgebaut". Die Kreisverkehre auf dem Weg um Putzbrunn herum hätten zudem eine "geschwindigkeitsdämpfende Wirkung auf den Verkehr".

Eigenverantwortliche Autofahrer

Eine entsprechende Probemessung sei ebenfalls zu einem beruhigenden Ergebnis gekommen, teilte das Landratsamt mit: Von 202 gemessenen Fahrzeugen seien 196 nicht schneller als 75 Kilometer pro Stunde unterwegs gewesen. Die höchste gemessene Geschwindigkeit sei 86 Stundenkilometer gewesen. Das lasse darauf schließen, dass sich die Verkehrsteilnehmer, auch ohne Tempolimit eigenverantwortlich verhalten und ihren Speed den Gegebenheiten anpassten, schreiben die Verkehrsexperten vom Mariahilfplatz.

Da auf dieser Umfahrung praktisch zu keiner Zeit ein nennenswerter Radverkehr stattfinde und die Unfallsituation sehr unauffällig sei, werde keine Beschränkung angeordnet, schließlich dürften solche Limits laut Straßenverkehrsordnung nur verhängt werden, wenn eine Gefahrenlage besteht, die das allgemeine Risiko erheblich übersteige. Allerdings räumt das Landratsamt auch ein, dass es, sollte die Zahl von Unfällen oder Verkehrsgefährdungen auf der Umfahrung ansteigen, für Hinweise aus der Gemeinde Putzbrunn dankbar wäre. Dann nämlich müsste die Verkehrssituation erneut geprüft werden.

Erst 2014 hat die Behörde auf Anraten der Polizei die in diesem Bereich der Ortsumfahrung geltende Beschränkung auf 80 Stundenkilometer im Rahmen der bayernweiten , vom Innenministerium unterstützten Aktion "Licht in den Schilderwald" außer Kraft gesetzt.