Unterschleißheim Stadt in der Stadt

Das Grundstück am westlichen Ortseingang umfasst 60 000 Quadratmeter. In der Mitte lockt ein großzügiger Platz mit Wasserflächen. Simulation: RS-Unternehmensgruppe

Der Unternehmer Richard Salzmann plant einen Gewerbepark neben dem Business Campus - und wünscht sich dort auch Wohnungsbau.

Von Alexandra Vettori, Unterschleißheim

Viel ist geredet und geschrieben worden über den Business Campus, den die Vielberth Gruppe in Unterschleißheim bauen möchte. Dass auf dem Nachbargrundstück an der Landshuter Straße ein ähnliches Projekt direkt am Start steht, ist dabei weithin unbeachtet geblieben. Denn der Bebauungsplan für das knapp 60 000 Quadratmeter große Grundstück am westlichen Ortseingang ist schon seit mehr als zehn Jahren rechtsverbindlich.

Jetzt ist der Besitzer, die Unterschleißheimer RS Unternehmensgruppe, in die Vermarktung eingestiegen, Verhandlungen mit großen Investoren laufen bereits. Geplant sind ein Hotel, Büros, ein Boarding- und ein Parkhaus und Geschäfte, das zentrale Gebäude sieht ein kühnes Halbrund vor.

Geht es nach dem Unternehmer, ist noch dieses Jahr Baubeginn

Beinahe, erzählt Richard Salzmann, Inhaber der RS Unternehmensgruppe, hätte sich hier Microsoft angesiedelt, bevor die Wahl auf Schwabing als neuen Standort fiel. "Wir waren unter den letzten Fünf", sagt er.

Im vergangenen Oktober hat Salzmann eine Bauvoranfrage im Unterschleißheimer Rathaus gestellt, die Stadträte waren von seinen Plänen angetan. Geht es nach ihm, ist noch in diesem Jahr Baubeginn. "Sobald wir uns mit den Investoren geeinigt haben, geht es los", sagt er. Mit welchem der Baukörper er startet und wie diese dann letztendlich aussähen, das hänge von den Bedürfnissen der Investoren ab. Die Höhe der Gebäude liegt laut Bebauungsplan zwischen drei und sieben Geschossen bei einer maximalen Wandhöhe von 28 Metern.

Insgesamt ist eine Geschossfläche von 65 000 Quadratmetern in den Bauten vorgesehen, das Parkhaus bietet weitere 15 000 Quadratmeter. Wohnungen sind derzeit keine geplant - leider, wie Salzmann betont. "Ich versuche schon seit Jahren, die Stadt zu überzeugen, Wohnen und Arbeiten zu verknüpfen", erzählt er, bislang aber seien seine Bemühungen vergeblich. "Der jetzige Bebauungsplan lässt nur untergeordnete Wohnungen für Betriebsinhaber und Mitarbeiter zu, wie zum Beispiel Hausmeister."

Dabei sei die Kombination von Wohnen und Arbeiten die Zukunft, ist er überzeugt, schon allein, um künftige Verkehrsströme zu verkleinern. "Das schont die Umwelt, verbessert die Work-Life-Balance der Mitarbeiter und erleichtert Teilzeitkräften den Wiedereinstieg ins Berufsleben, ist er überzeugt.

Die Konkurrenz von Opus Plaza und Business Campus soll Qualität sichern

Dass es so lange gedauert hat, bis Opus Plaza jetzt Wirklichkeit wird, erklärt der Immobilienentwickler mit der vorgezogenen Abwicklung des Großprojektes "Gewerbepark Anzing Nord" mit seinen 210 000 Quadratmetern, die er jetzt nahezu vollständig verkauft hat.

Die mögliche Konkurrenz, die mit dem Business Campus in direkter Nachbarschaft entsteht, wertet Salzmann nicht als negativ. "Im Gegenteil, damit kommt endlich Qualität in das Unterschleißheimer Gewerbegebiet, und zwar eine Qualität, wie man sie hier sonst nur bei der Baader Bank findet." Das sei positiv für den gesamten Standort.

Die gute Nachbarschaft zwischen den beiden Gewerbeparks zeigt schon eine Verbindungsstraße, die zwischen ihnen verlaufen wird. Ansonsten gibt es für Opus Plaza bereits ein Verkehrskonzept, das eine eigene Einfahrt mit Ampel vorsieht, ungefähr dort, wo bisher der Erdbeer- und Kürbisverkauf auf einem Feld stattfand. Er selbst sei froh darüber, dass Airbus das Areal verkauft habe, sagt Salzmann, "viele Nutzer wollten nicht neben einem Rüstungskonzern sein". Jetzt werde alles offener und durchgängig, verbunden mit einer hohen Aufenthaltsqualität.

Das gilt auch für den Gewerbepark, der Richard Salzmann in Unterschleißheim vorschwebt. In der Mitte ist eine Wasserfläche geplant, der zentrale Platz vor dem halbrunden Gebäude sei so groß "wie der Münchner Promenadenplatz", schwärmt Salzmann. Ginge es nach ihm, würden auch Wohnungen gebaut: "Wohnen, Arbeit, Einkaufen, Medizin - eine Stadt in der Stadt."

Büros für 5000 Menschen

Investor plant sechsstöckige Gebäude auf dem EADS-Areal. Von Alexandra Vettori mehr ...