Taufkirchen Geheimhaltung auf der Kippe

Klubchef Klaus Brandmaier ist sauer auf seinen Bürgermeister.

(Foto: Angelika Bardehle)

Kommunalaufsicht prüft Veröffentlichung des Abstimmungsergebnisses zum Aus für Taufkirchener Sportparkerweiterung

Von Iris Hilberth, Taufkirchen

Es waren sechs dürre Zeilen einer WhatsApp-Nachricht des Bürgermeisters, die den Präsidenten des SV-DJK Taufkirchen wie ein Schlag ins Gesicht trafen. "Der Gemeinderat hat dem Kostenplan und dem weiteren Vorhaben eine Absage erteilt", las Klaus Brandmaier am 19. Oktober, 23.25 Uhr.

Das Großprojekt Sportparkerweiterung war in nichtöffentlicher Sitzung beerdigt worden, für den Verein völlig überraschend. Bis heute würde man beim SV-DJK gerne wissen, wer von den 24 Gemeinderatsmitgliedern dagegen war, die zwei Millionen Euro aus der Gemeindekasse zuzuschießen und so den Verein zukunftsfähig zu machen.

Bisher ist das ein Geheimnis derer, die an der Abstimmung beteiligt waren. Bürgermeister Ullrich Sander (parteifrei) hatte dem Gremium explizit mitgeteilt, dass das Votum keinen Geheimhaltungscharakter mehr besitze, das Abstimmungsergebnis im Einzelnen und das Abstimmungsverhalten sowie Wortbeiträge Einzelner hingegen schon. Nun ist der Druck der Öffentlichkeit, diese Geheimhaltung aufzugeben, offenbar so groß geworden, dass Sander beschlossen hat, dies die Kommunalaufsicht entscheiden zu lassen. Die prüft die Sache derzeit noch.

Dass die Vereinsführung stocksauer auf die Gemeinde ist, lässt sich wohl schon aus der Tatsache ableiten, dass sie alle Dokumente zur Sportparkerweiterung veröffentlicht hat - inklusive WhatsApp-Nachricht von Sander. Aber auch bei der Delegiertenversammlung, die dieser Aktualisierung der Webseite vorausgegangen war, hatten Mitglieder ihrem Ärger über die Gemeinderats-Entscheidung Luft gemacht. Zu unverständlich war ihnen der Stopp durch die Gemeinde, hatte der Verein doch alle ihm aufgetragenen Auflagen für die Erweiterung und Modernisierung des Sportparks erfüllt.

Der Beitrag des SV-DJK für das Gemeinwohl werde in Abrede gestellt

Vor allem aber nahmen die Vereinsführung und die Delegierten Bürgermeister und Verwaltung übel, "dass sie nicht den Mut aufgebracht haben, diese Diskussion in der Öffentlichkeit zu führen und auch in der Öffentlichkeit abstimmen zu lassen", wie Noch-Präsident Brandmaier an dem Abend kritisierte. Brandmaier, der zum 31. Dezember sein Amt niederlegt, findet: "Es ist genau das Demokratieverständnis und die fehlende Transparenz, die bei den Bürgern immer weniger Verständnis finden."

Es gab einen weiteren großen Kritikpunkt an Bürgermeister Sander. Anders als einige Gemeinderäte, die den Mumm hatten, die Versammlung zu besuchen und dort auch öffentlich zu ihrer Entscheidung Stellung zu nehmen, hatte sich der Bürgermeister nur in einem Facebook-Post erklärt. Insbesondere die letzten Worte dieses Beitrags stießen den Sportlern übel auf. "Letztlich ist die Entscheidung im Sinne des Gemeinwohls getroffen worden", hatte Sander seine wortreiche Erklärung über die Gemeindefinanzen und die anstehende Pflichtaufgabe beim Schulneubau enden lassen.

Nicht nur Brandmaier fand, das klinge wie "blanker Hohn", damit werde der wesentliche und nachhaltige Beitrag des SV-DJK zum Gemeinwohl in der Gemeinde in Abrede gestellt, meinte auch Schatzmeister Horst Fey. Sander hat inzwischen seine Stellungnahme geändert. "Letztlich ist diese Entscheidung mit dem Blick auf die Unsicherheit für die Gemeindefinanzen getroffen worden", schreibt er jetzt. Unterdessen nährt der CSU-Fraktionsvorsitzende Herbert Heigl die Hoffnungen, dass in Sachen Sportparkerweiterung "noch nicht das letzte Wort gesprochen" sein könnte, wie er vergangene Woche auf seiner Facebook-Seite schreibt. "Ich hoffe, dass der Gemeinderat in der nächsten Sitzung öffentlich seinen Beschluss überprüft", so Heigl.