Pullach Logo versus Wappen

Die Buche, die Isar, drei Balken - die Symbole Pullachs.

(Foto: Gemeinde Pullach)

Schüler des Otfried-Preußler-Gymnasiums werben mit dem offiziellen Pullacher Emblem für ihren Adventslauf. Ohne Genehmigung der Gemeinde. Die streitet darüber, welche Zeichen überhaupt verwendet werden dürfen

Von Melanie Artinger, Pullach

Seit 1956 führt die Gemeinde Pullach ein Wappen. Die meisten Pullacher dürften es kennen. Spätestens, seitdem es Schüler des Otfried-Preußler-Gymnasiums auf den Plakaten für den Adventslauf abgedruckt haben - allerdings ohne zuvor die Genehmigung der Gemeinde eingeholt zu haben. Daher will der Gemeinderat jetzt klare Regeln für die Verwendung gemeindlicher Symbole aufstellen.

Vergangenen Dezember hatten die Schüler des P-Seminars "Eventmanagement" den ersten Pullacher Adventslauf organisiert. Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund (Grüne) und die Direktorin des Gymnasiums, Renate Einzel-Bergmann, übernahmen die Schirmherrschaft. Um den Adventslauf zu bewerben, erstellten die Schüler einen Internetauftritt und gestalteten Plakate, die sie mit dem Pullacher Wappen verzierten.

Mit knapp 250 Teilnehmern war der Pullacher Adventslauf ein voller Erfolg. Nach Meinung der Veranstalter soll er zu einer "festen Tradition in der sportbegeisterten Gemeinde" werden, ein zweiter Adventslauf ist bereits in Planung. Ob die Veranstaltung auch dann wieder mit dem Gemeindewappen beworben werden darf, ist hingegen offen. Zwar genehmigte der Gemeinderat nachträglich die Verwendung des Wappens für den vergangenen Adventslauf. Dem Antrag, das Wappen auch zukünftig dafür verwenden zu dürfen, gab das Gremium bisher jedoch nicht statt. Vorab will der Gemeinderat darüber beraten, welches Zeichen für derartige Veranstaltungen mit Ortsbezug geeignet sei und wer dessen Verwendung genehmigen dürfe.

Die silberne Buche im blau eingefärbten Pullacher Wappen steht für den Ortsnamen, der Wellenbalken verweist auf die Lage an der Isar, und die drei silbernen Balken sind heraldisches Zeichen des bayrischen Uradelsgeschlecht der Herren von Baierbrunn, zu deren Sippe die Familie von "Pullach" gehörte. "Dabei handelt es sich um ein Hoheitszeichen und das befindet sich nur auf den Standarten und Fahnen", rügt Cornelia Zechmeister (WIP) die eigenmächtige Verwendung. Alexander Betz (FDP) beschwichtigt mit dem Hinweis, dass es sich schließlich um eine Schülerveranstaltung handle.

Arnulf Mallach (SPD) hielt indes die Verwendung des Gemeinde-Logos für sinnvoller. Darüber, was das Logo der Gemeinde jedoch genau umfasst, war man sich zunächst nicht einig. Für einen Großteil des Gremiums handelt es sich dabei lediglich um den blauen Buchstaben "P" mit der charakteristischen Wellenlinie.

"Den stilisierten Buchstaben P führte Stefan Detig in seiner Amtszeit als Gemeinde-Logo ein, während sein Nachfolger Jürgen Westenthanner dieses zu einer neuen Einheit mit einem Schriftzug und dem Gemeindewappen verband", erläuterte Patrick Schramm (CSU) die Entwicklung des Gemeinde-Logos. Dieses ist nach der Genehmigung durch die Bürgermeisterin frei verwendbar, erläuterte Tausendfreund. Doch einige Gemeinderäte störten sich daran, dass dies wiederum die Verwendung des Hoheitszeichens miteinschließt. Cornelia Zechmeister (WIP) erinnerte daran, dass es bereits einen ähnlichen Fall gab.

Damals habe der Burschenverein vollendete Tatsachen geschaffen und sich das Wappen auf die Lederhosen sticken gelassen, ohne dies zuvor zu beantragen. Auch damals habe man die Verwendung notgedrungen nachträglich genehmigt. Aus diesem Grund will der Gemeinderat nun verbindlich regeln, welches Zeichen Pullacher Gruppierungen verwenden dürfen und welches Gemeindeorgan für die Genehmigung zuständig sein soll.