Planegg Martinsrieder U-Bahn läuft die Zeit davon

Von Rainer Rutz, Planegg

Am kommenden Mittwoch wird der Gemeinderat von Planegg auf einer Sondersitzung endgültig über den Bau der U-Bahnverlängerung von Großhadern auf den Campus in Martinsried entscheiden. Dass es nach dem Verhandlungschaos der vergangenen Jahre überhaupt noch in diesem Jahr zu diesem Termin kommt, grenzt angesichts der Dynamik und auch Dramatik der Verhandlungen zwischen Gemeinde, Freistaat, Landkreis und Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) fast schon an ein Wunder. Viele der Beteiligten hatten offenbar schlicht nicht wahrgenommen, dass den Planern die Zeit davon läuft: Im September 2018 läuft die Baugenehmigung für das mindestens 75 Millionen Euro teure Projekt aus, danach hätte man quasi wieder von vorne beginnen müssen.

Im Gespräch mit der SZ erläuterte Planeggs Bürgermeister Heinrich Hofmann (SPD), wie er, seine Verwaltung, aber auch Landrat Christoph Göbel (CSU) das Projekt in den zurückliegenden Monaten geradezu brachial angeschoben hätten. Zum "Durchschlagen des gordischen Knotens" (Göbel) führte unter anderem offenbar ein Treffen, zu dem der Landrat im August alle Planer eingeladen hatte. "Da war den Beteiligten plötzlich bewusst, dass uns die Zeit davon läuft", sagt Bürgermeister Hofmann. "Wenn im September nächsten Jahres keine Bautätigkeit auf der 970 Meter langen Trasse zwischen Großhadern und dem Campus erkennbar ist, muss neu planfestgestellt werden."

Laut Hofmann hat es "mehrere Durststrecken" gegeben: Die Stadtwerke München und die Oberfinanzdirektion brauchten knapp ein Jahr, um Fragen der Grunddienstbarkeiten und Steuern zu lösen. Letztlich sei dann die Stadt München "nicht in die Pötte gekommen" bei der Frage der künftigen Pachtvergütungen an die Gemeinde. Den Ausschlag für die Einigung hat laut Hofmann gegeben, dass der Landrat beim Round-Table-Gespräch eine Kostenübernahme durch den Landkreis zusagte.