Oberschleißheim Leben zwischen den Wohnblöcken

Zwischen den Appartementhäusern sollen nach den Vorstellungen von Jargonnant Partners Wohnungen für Familien entstehen.

(Foto: Florian Peljak)

Der neue Eigentümer will die Freiflächen am Stutenanger in Oberschleißheim bebauen

Von Klaus Bachhuber, Oberschleißheim

Von den großzügigen Freiflächen zwischen den Wohnblöcken hat die Oberschleißheimer Parksiedlung ursprünglich ihren Namen: Als "Parkstadt", wie sie in den Sechzigerjahren in Mode kamen, sollte das monumentale Städtebauprojekt im Westen des alten Oberschleißheim angelegt werden. Speziell zwischen den drei dominanten Blöcken der Siedlung am Stutenanger gerieten die Freiflächen über die Jahre allerdings weniger zum Park als vielmehr zum Brachland. Im Zuge der laufenden Sanierung der drei Wohnblöcke werden die Wiesen dazwischen nun völlig neu gesehen: als Bauland.

Der neue Eigentümer der 440 Wohnungen in den drei Blöcken am Stutenanger möchte auf den zwei Freiflächen zwischen den Blöcken sechs neue Häuser mit zusammen knapp 60 Wohnungen errichten. Die Wohnanlagen sollen fünf- und sechsstöckig werden und auf jeder Etage zwei Dreizimmerwohnungen aufnehmen. Ein Gebäudeteil soll angesichts des zu erwartenden Familienzuzugs gleich eine Kinderkrippe vorhalten. Die Wohnungen in den bestehenden neunstöckigen Blöcken sind überwiegend Ein- und Zweizimmer-Appartements.

Architekt Martin Kühleis vom neuen Eigentümer Jargonnant Partners versicherte dem Bauausschuss des Gemeinderats am Montag, das Projekt schaffe nicht nur Wohnraum, sondern bedeute für das Ensemble auch eine städtebauliche Aufwertung. "Das gliedert den Raum und hilft der Raumgestaltung", betonte er. Derzeit stehen die jeweils mehr als 100 Meter langen Blöcke als parallele Riegel mit 56 Metern Abstand. Diese Distanz ist freilich den gesetzlichen Abstandsflächen geschuldet, die angesichts der Gebäudehöhe gefordert werden. Bei der geplanten zusätzlichen Bebauung müssten sie völlig außer Kraft gesetzt werden.

Architekt Kühleis versicherte, die Gebäude seien so zu situieren, dass die Wohnungen in den Blöcken nicht verschattet würden und auch für die neuen Häuser optimale Belichtungsverhältnisse entstünden. "Im Umfeld herrscht wesentlich dichtere Bebauung", schilderte er, eine Situation wie am Stutenanger sei eine völlige Anomalie. Die neuen Wohnungen würden "hohe Wohnqualität" bieten.

Auch die verbleibenden Freiflächen würden im Zuge des Neubaus aufgewertet. Der "Vorgarten" östlich des Stutenangers 6, der nicht bebaut würde, solle als Anbindung an den neu entstehenden Marktplatz dort mit vielen Themeninseln für Kinderspielplätze oder Funcourts belebt werden. Die Ladenzeile am Stutenanger 6 werde so an den Marktplatz angebunden. Die verbleibenden Grünanlagen in den Innenhöfen, wo gebaut würde, sollen durch öffentliche Beete, Sonnendecks und andere Ruhezonen verschönert werden.

Weil beim Bau der drei Blöcke seinerzeit ein geplanter Tiefgaragenteil überflüssig geworden war und nicht realisiert wurde, könne nun dieser Garagenteil nachgeholt werden und damit den Stellplatzbedarf der neuen Gebäude erfüllen. Allerdings müssten 70 Prozent der neuen Plätze in der Tiefgarage als Duplexgaragen ausgebildet werden. Oberirdisch würde kein einziger neuer Parkplatz entstehen.

Jargonnant Partners hat die vom Vorbesitzer völlig vernachlässigten Wohnanlagen 2014 gekauft und im Vorjahr nun die millionenteure Sanierung gestartet. Als erste Maßnahme für zusätzlichen Wohnraum hat das Unternehmen Dachgeschosswohnungen geplant, die beim Bau der Blöcke angelegt, aber aus Brandschutzgründen nie ausgeführt worden waren. Der Gemeinderat hat sich zu den Plänen noch nicht geäußert.