Meine Woche Philosophieren mit Schafen

Ina Kirchhoff leitet den Begegnungshof Wörnbrunn und ist Vorsitzende des Vereins "Menschen brauchen Tiere".

(Foto: Claus Schunk)

Die Tiere sind am Lagerfeuer in Wörnbrunn dabei

Von Claudia Wessel, Grünwald

Was Après Ski ist, weiß wohl jeder. Man hat den Tag auf der Piste verbracht und lässt es dann bei Jagertee ordentlich krachen. Was aber ist Après Sheep? Also "nach Schafen"? Hat man da womöglich einen Tag in Gesellschaft der Wollspender genossen und stößt abends mit Schafsmilch an? Nein, erklärt Ina Kirchhoff (Foto: Claus Schunk), Leiterin des Begegnungshofs Wörnbrunn und Vorsitzende des Vereins "Menschen brauchen Tiere", beim Après Sheep kommen die Schafe erst abends ins Spiel, genau genommen müsste es ja heißen "Avec sheep", mit Schafen. Auf dem Programm steht beim Treffen am Freitag, 12. Juni, um 19 Uhr jedenfalls "Sitzen am Lagerfeuer und philosophieren". Ein Kreis von Erwachsenen. "Unsere Schafe sind auch dabei", sagt Kirchhoff.

Eigentlich macht die Umweltpädagogin für nachhaltige Entwicklung, die derzeit eine Zusatzausbildung zur "Philosophischen Gesprächsführung mit Kindern zu Nachhaltigkeitsthemen" absolviert, auf dem Begegnungshof Programm für Kinder. Doch vor einiger Zeit häufte sich die Begeisterung von Müttern, die angesichts der Kurse ihrer Kinder juchzten: "Das möchte ich auch mal machen." So rief Kirchhoff das Erwachsenen-Philosophieren in Gesellschaft von Schafen ins Leben. Was ist an der tierischen Gegenwart so inspirierend? "Es ist gemütlich, man fühlt sich wohl." Und irgendwie lässt es sich wohl über Themen wie "Ist ein Schaf weniger wert als ein Hund?" oder "Warum gibt es den Tod?" beim Blick in Schafsaugen besser reden. Während also die Teilnehmer am Lagerfeuer sitzen, in das sie Stockbrot halten, dazu vegetarische Salate essen ("Fleisch gibt es aus Respekt vor unseren Tieren hier nicht", so Kirchhoff) und vielleicht über Fragen sinnieren wie "Was brauchen wir zum Glücklichsein? Was brauchen Tiere? Was brauchen Menschen?" werden die Schafe in sich hineinlächeln, weil sie die Antwort schon wissen. Ein bisschen frisches Gras und ihre Ruhe. In Wörnbrunn gibt's beides, was für ein Glück.