Maifeste allerorten Der Wonnemonat beginnt mit einem Tag der Arbeit

Überall im Landkreis feiern die Menschen das Aufstellen der Maibäume. Dort, wo das Prachtstück ohne Kran und nur mit Schwalben in Position gebracht wird, geraten die starken Helfer gehörig ins Schwitzen

Auch wenn das Wetter nicht wirklich mitspielen wollte: In zahlreichen Orten des Landkreises haben am Sonntag Tausende den Beginn des Wonnemonats und das Aufstellen der neuen Maibäume gefeiert. Für all jene, die für das traditionelle Ritual verantwortlich zeichneten - Feuerwehren, Trachtenvereine und Burschen -, war es vor allem ein Tag der Arbeit.

Kraft und Können sind unverzichtbare Begleiter, um den schmucken Baum in die richtige Position zu bringen. Vor allem dann, wenn auf technische Hilfsmittel wie einen großen Kran verzichtet und das gute Stück wie in alten Zeiten mit Schwalben aufgestellt wird. Da sind dann starke Männer gefragt, die auch ohne Frühlingstemperaturen ganz schön ins Schwitzen geraten sein dürften. Sonnencreme als Utensil war hingegen nur in den Kommunen nötig, die bereits am Samstag zur Tat geschritten waren und ihren Maibaum aufgerichtet hatten.

Nach getaner Arbeit konnten am Sonntag auch all die übrigen Schwerstarbeiter zum gemütlichen Teil übergehen und sich genau wie die vielfach in Tracht gekleideten Besucher der Maifeierlichkeiten ein kühles Bier und eine zünftige Brotzeit schmecken lassen. Trachtenvereine und Blaskapellen ließen es sich auch vom Regen nicht nehmen, den neuen Baum mit Tanz zu begrüßen, mancherorts begleitet von Goaßlschnalzern. Und auch Nicht-Bayern halfen beim Aufstellen eifrig mit, etwa in Baierbrunn, wo einige Bewohner der Asylbewerberunterkunft unter fachkundiger Anleitung der Alteingesessenen mit anpackten.

Mit Fest und Tanz belohnt worden sind am Sonntag auch all jene, die in den vergangenen Wochen in den Gemeinden die Bäume hergerichtet und fleißig Wache geschoben haben, um Diebe abzuwehren. Das ist zwar nicht überall gelungen, wie etwa in Unterföhring, wo die Wächter ihren zu Holz gewordenen Stolz mit Unmengen von Bier und Grillgut bei den Nachbarn in Ismaning und Neufinsing hatten auslösen müssen.

Doch Schwamm drüber! Nun zieren die teils prächtig geschmückten Bäume wieder die Marktplätze und Ortskerne und überblicken von dort aus die Landkreisgemeinden. Und die schlaflosen Nächte sind nun endlich vorbei.