Kindertagesstätten Haar schafft neue Betreuungsplätze

Trotz Personalnot investiert die Gemeinde kräftig und sucht bereits Standorte für eine weitere Betreuungseinrichtung

Von Bernhard Lohr, Haar

Der katholische Kindergarten St. Konrad steht vor einem Neuanfang. Das Haus war zwischenzeitlich wegen des Ausscheidens der Leiterin und wegen Personalsorgen in Schwierigkeiten geraten. Die Zukunft der rein als Kindergarten mit fünf Gruppen geführten Einrichtung schien unsicher. Doch mittlerweile ist unter einer neuen Leitung des Hauses die Kehrtwende geschafft. Die Erzdiözese und die Gemeinde nutzen jetzt die eigentlich unerfreuliche Nachricht, dass an dem Gebäude im Haarer Ortszentrum beim Brandschutz kräftig nachgebessert werden muss, um das Haus von Grund auf zu sanieren.

Drei Millionen Euro werden investiert. Außerdem wird die Einrichtung umstrukturiert und auf sechs Gruppen aufgestockt. Sie soll zum "Haus für Kinder" mit Krippe, Kindergarten und Schulkindergarten werden. Der Schulkindergarten bekommt die Möglichkeit, zu den 20 regulär vorgesehenen Kindern zwei Kinder aufzunehmen, die bei Problemen in der Grundschule zurückgestuft werden. Ein reiner Kindergarten entspreche nicht mehr der Lebenswirklichkeit der Familien, heißt es aus dem Rathaus, das die Neuausrichtung unterstützt.

Die Gemeinde Haar nutzt derzeit fast jede Gelegenheit, um zusätzliche Betreuungsplätze zu schaffen. Bürgermeisterin Gabriele Müller (SPD) bekannte erst kürzlich, dass bereits nach einem weiteren Standort für eine Kindertagesstätte gesucht werde. Dabei ist mit dem Bau der gemeindlichen Kindertagesstätte im Jugendstilpark noch gar nicht begonnen worden. Susanne Hehnen, die im Haarer Rathaus das Sachgebiet Kindertagesstätten und soziale Einrichtungen leitet, zeigte sich jüngst im Hauptausschuss des Gemeinderats hocherfreut über die Entwicklung im katholischen Kindergarten. Dort habe die neue Leiterin neues Personal finden können. Es herrsche eine Aufbruchstimmung. Bis 2020 solle der Umbau abgeschlossen sein.

Sie hofft außerdem, dass im evangelischen Haus für Kinder im Jagdfeld-Wohngebiet nächstes Jahr wieder mehr Plätze belegt werden können. Dort hat ja das Landratsamt wegen Personalnöten die Zahl der Betreuungsplätze zur Überraschung und zum Ärger der Gemeinde beschnitten. Nun soll also auch die katholische Pfarrei ein "Haus für Kinder" bekommen. Im Rathaus schätzt man die Einrichtung auch wegen ihrer zentralen Lage im Ort.

Mike Seckinger (Grüne) strich das im Hauptausschuss des Gemeinderats als großen Vorteil heraus. Der Ausbau der Einrichtung passe in den "Bedarfsplan" der Gemeinde. Diese wird voraussichtlich zwei Drittel der Kosten für den Ausbau übernehmen. Die zwei Millionen Euro werden in den Haushalt 2018 aufgenommen. Ihren Anteil in Höhe von einer Million Euro hat die Erzdiözese laut Rathaus bereits zugesagt. In Zukunft soll es in dem Haus für Kinde zwei Krippen- und drei Kindergartengruppen geben, dazu die Schulkindergartengruppe, für deren zusätzlichen Betriebsaufwand die Gemeinde 16 000 Euro im Jahr hinzugibt.

Bei der Sanierung geht es zunächst um neue Fenster und neue Sanitäreinrichtungen. Zudem wird ein Personalzimmer geschaffen. Die beiden Gebäudekomplexe, bestehend aus ehemaligem Hort und Kindergarten, werden verbunden und das Büro der Einrichtungsleitung wird in den Eingangsbereich verlegt. Noch in diesem Jahr stellt die Gemeinde 20 000 Euro zur Verfügung, um in einem Gruppenraum eine Gruppe für Kleinkinder zu schaffen. Ein neuer, warmer Bodenbelag wird eingebaut und altersgerechte Ausstattung gekauft.