Haar Kritik an Zinspolitik der Kreissparkasse

Die Kreissparkasse München, Starnberg, Ebersberg stößt mit ihrer Absicht, die Kommunen fortan für Guthaben zur Kasse zu bitten, zumindest in der Gemeinde Haar auf offene Kritik. Bürgermeisterin Gabriele Müller (SPD) gab am Dienstagabend im Hauptausschuss des Gemeinderats bekannt, dass sie in einem Schreiben an den Vorstand der Bank ihr Unverständnis über die neue Regelung zum Ausdruck gebracht habe. "Wir sehen uns schon etwas enttäuscht", sagte Müller. Sie verwies in dem Brief nach eigenen Worten auf das traditionell enge und von Solidarität getragene Verhältnis zwischen der Bank und der kommunalen Ebene. Städte und Gemeinden hätten stets auch Entgegenkommen gezeigt.

In Reaktion auf die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank hat die Kreissparkasse für Februar eine Wende in ihrer Zinspolitik angekündigt. So sollen Kommunen und Unternehmen, die Neukunden werden oder besonders hohe Einlagen bei der Bank parken, für ihre Girokonten-Guthaben Zinsen bezahlen. Ein Durchschnittswert aus dem Jahr 2015 soll als Freibetrag angerechnet werden. Was darüber hinaus geht, soll mit 0,4 Prozent Zins belastet werden. Einige Kämmerer in den Kommunen des Landkreises haben sich bisher vorsichtig kritisch geäußert. Der Schritt der Sparkasse sei erwartet worden, hieß es. Im Rathaus in Unterhaching allerdings hofft man, wie in Haar auch, dass die Banker noch mit sich reden lassen. Man habe sich beim Bankvorstand um ein klärendes Gespräch bemüht, hieß es. Haars Bürgermeisterin Müller sagte nun, sie sei gespannt, was die Bankvorstände auf ihr Schreiben antworten würden.

Bei der Kreissparkasse sind derweil noch keine Proteste angekommen. Sprecherin Marion Neupert sagte am Mittwoch, ihr sei von dem Schreiben aus Haar oder von anderen kritischen Stellungnahmen nichts bekannt.