Garchinger Gewerbeschau Vom Auto bis zum Mini-Windrad

Auch die Neufahrner Tauchschule war in Garching zu Gast.

(Foto: Claus Schunk)

Die Garchinger Gewerbeschau lockt bei sommerlichem Wetter Tausende Besucher an. Etliche der insgesamt 85 Aussteller bieten Lösungen für die regenerative Energieversorgung daheim

Von julian weber, Garching

Aus den Garchinger Herbsttagen sind in diesem Jahr die Garchinger Sommertage geworden. Bei Sonnenschein und wolkenlosem Himmel besuchten am Wochenende Tausende Menschen die Gewerbeschau. Rund um das Bürgerhaus konnten sich die Besucher bei regionalen Firmen über deren Produkte und Dienstleistungen informieren.

"Die Stadt Garching hat zurzeit 2314 Gewerbeanmeldungen. Wir tragen also erheblich zur Steuerkraft des Landkreises bei. Vom kleinen Ladengeschäft bis zum Global Player ist alles vertreten, darauf sind wir stolz", sagte Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD). Die Gewerbeschau am Wochenende bildete nur einen kleinen Ausschnitt dieses Spektrums ab.

Erstmals gab es auch eine Halbe "Campus Bräu"

Auch Firmen aus den Nachbargemeinden nahmen an der Gewerbeschau teil, insgesamt präsentierten sich 85 Aussteller. Im Bürgerhaus und der Fußgängerzone ging es dabei bunt zu: Zwischen Handwerksunternehmen boten die Händler zum Beispiel Autos, Fliegengitter und Küchengeräte an. Eine Firma hatte sogar einen Pool aufgestellt, auch die Ladengeschäfte rund um den Bürgerplatz hatten geöffnet.

"Die Besucher konnten sich direkt und persönlich über die Produkte informieren. Im Zeichen von nachhaltigem, ökologischem und regionalem Konsumieren war das eine tolle Gelegenheit, mit den lokalen Anbietern ins Gespräch zu kommen", sagte Gruchmann. Das stehe im Gegensatz zum anonymen Einkaufen im Internet und den langen Warteschleifen am Telefon. In diesem Jahr wurde zum ersten Mal auch das Bier der Privatbrauerei "Garchinger Campus Bräu" ausgeschenkt. Der Bürgermeister ließ es sich nicht nehmen, die ersten Halben selbst zu zapfen.

Ein großes Thema auf der Gewerbeschau war die heimische Energieversorgung. Photovoltaik, Heizung, Warmwasser, zigfach verglaste Fenster - für alles gab es einen Aussteller. Am Stand des Ingenieurbüros Techcarbon gab es kleine Windkraftanlage für das Eigenheim zu sehen. Ingenieur Ulrich Papenburg aus Unterschleißheim hat sie mit seinem Team entwickelt.

Die beste Werbung für die Anlage war das vertikale Mini-Windrad selbst - die knallrote Turbine drehte sich beständig neben dem Stand, viele Besucher blieben stehen. "So eine Windanlage macht keine Geräusche, die kann man als Privatmann einfach zur ergänzenden Energieversorgung nutzen. Wenn keine Sonne scheint, geht wenigstens Wind", erklärte Papenburg. Laut dem Ingenieur verbraucht ein Vier-Personen-Haushalt etwa 3500 Kilowattstunden Strom im Jahr. Je nach Wind ließen sich mit der vertikalen Anlagen etwa 20 bis 30 Prozent einsparen.

Sieben, acht Monate Vorbereitungszeit

"Die Aussteller sind zufrieden, alle haben ihr Geschäft gemacht. Manche mehr, manche weniger - das kommt natürlich darauf an, was man verkauft. Aber die Stimmung an den zwei Tagen war super, wir sind sehr zufrieden", sagte Uwe Cygan. Zusammen mit seiner Frau Gabi organisierte er die Gewerbeschau bereits zum fünften Mal.

Die Idee war seinerzeit aus einer Bierlaune heraus entstanden. "Die erste Gewerbeschau war nicht besonders gut organisiert, da hab ich gesagt: Das kann ich zehn Mal besser. So kamen wir dazu", erzählt Cygan. Zwischen den beiden sind die Aufgaben klar verteilt: Gabi übernimmt Werbung und Marketing, Uwe kümmert sich um die Planung, Akquise und die Aussteller. Das nehme sehr viel Zeit in Anspruch, sagte Cygan: "Wir brauchen immer sieben bis acht Monate, bis alles in trockenen Tüchern ist."

Unterstützt wird das Ehepaar von der Stadt Garching. Damit die Standpreise nicht zu hoch werden, stellt sie das Bürgerhaus und die Außenflächen zur Verfügung. Veranstaltet wird die Leistungsschau vom Gewerbeverein Garching. Der Vorsitzende Salvatore Disanto war am Wochenende vor allem über das gute Wetter froh: "Besser hätten wir es in diesem Jahr gar nicht treffen können. Nachdem wir die Gewerbeschau vor zwei Jahren im Regen verbringen mussten, freut mich das ganz besonders", sagte Disanto. Normalerweise finden die Herbsttage im Rhythmus von drei Jahren statt. Seit der letzten Gewerbeschau sind aber nur zwei Jahre vergangen. Grund dafür ist die Sanierung des Bürgerhauses, die 2017 beginnen soll.