Garching MVG-Mieträder kommen erst im Oktober

Sechs Monate Lieferzeit für neue Räder.

(Foto: Stephan Rumpf)

Weil sich die Lieferung verzögert, verschiebt sich der Start des Pilotprojekts in der Stadt.

Von Gudrun Passarge, Garching

Ob in China ein Fahrrad umfällt, interessiert die Garchinger Stadträte nicht die Bohne. Aber dass ihre Leihräder in China produziert werden, das interessiert sie sehr wohl.

Denn Umweltreferent Christoph Marquart informierte den Bau- und Umweltausschuss darüber, dass sich der geplante Start der MVG-Mietradstationen vom Sommer auf den Herbst verschieben wird. "Die Chinesen produzieren eher im großen Stil und nicht, wenn Garching mal 100 Radl braucht", sagte Marquart. Sechs Monate Lieferzeit müsse man einkalkulieren. Er sei zwar nicht glücklich mit dem Oktober als Starttermin, aber er tröstete die Stadträte mit dem Hinweis, dass Garching immer noch Pilotkommune im Landkreis bleibe.

Doch nicht nur der Starttermin hat sich geändert, auch die Zahl der geplanten Verleihstationen wird größer. Je dichter das Netz an Stationen sei, um so höher sei die Wahrscheinlichkeit, dass das Verleihsystem auch angenommen werde, sagte Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD). Der Umweltreferent berichtete von einem Gespräch mit Vertretern des Landratsamts und der MVG, wonach diese zu mehr Stationen in Garching geraten hätten. Nun plant die Stadt mit 17 statt elf Stationen.

Vier kommen in die Stadt, dazu am Garchinger See, an der Schleißheimer und der Freisinger Landstraße und am Mühlfeldweg. Neu ist auch der zusätzliche Standort an der Carl-von-Linde-Straße in Hochbrück und auch der Business Campus erweitert von einer auf zwei Stationen.

Das Leihradsystem, das der Landkreis möglichst flächendeckend einführen will, war in Garching unabhängig davon schon vorher bereits beschlossen und geplant worden. Nun machen die Garchinger mit im Kreisverbund, gehören aber mit Planegg und Gräfelfing zu den ersten Kommunen, in denen das Konzept im Oktober umgesetzt werden soll. Die Kommunen müssen die Tiefbaumaßnahmen übernehmen, der Landkreis liefert die Fahrradstationen und die Fahrräder der MVG. Beide bekommen dafür Zuschüsse. Die Garchinger erhalten aus einem Förderprogramm des Umweltministeriums 70 Prozent der Kosten erstattet, der Landkreis bekommt eine Förderung von 50 Prozent.

Die zwei Stationen im Business Campus plant dieser komplett in Eigenregie, weil er dafür auch eigene Zuschüsse erhält. Die Tiefbauarbeiten an den zwei Standorten auf dem Forschungscampus und der Station bei der Firma Voith in Hochbrück wird dagegen die Stadt mit übernehmen. Insgesamt sind 197 Abstellanlagen für 160 Fahrräder geplant, wie Marquart sagte. Die einzelnen Standorte könnten aber jederzeit ausgebaut werden. Bei den Investitionskosten rechnet Marquart mit circa 44 700 Euro, die bei der Stadt verblieben. Außerdem kämen jährlich etwa 40 500 Euro an Betriebskosten hinzu.

Wie hoch diese Kosten tatsächlich sein werden, wird sich auch danach richten, wie die einzelnen Stationen angenommen werden, weil sich daraus die Betriebskosten errechnen. Jede Station hat auch eine Informationsstele, die mit einem Funksender ausgestattet ist. So können die Betreiber feststellen, wie viele Räder dort wann stehen. Sollte die Station belegt sein und jemand möchte sein Rad abgeben, kann er es in einem Umkreis von 30 Metern abstellen, die Station registriert auch das noch.

Pedelecs und Lastenfahrräder

Ansonsten allerdings gilt für den Bereich Garching und Hochbrück die Rückgabepflicht an einer Station, wildes Parken irgendwo im Stadtgebiet ist nicht erlaubt. Lediglich am Forschungscampus soll es in einem eingegrenzten Bereich möglich sein. Grund seien wohl erhöhte Betriebskosten, wenn die Mitarbeiter der MVG die Räder einsammeln müssten. Aber, so Marquart, vielleicht ändere sich das ja noch, wenn erst einmal der ganze Landkreis bestückt sei. Er stellte auch in Aussicht, dass zu einem späteren Zeitpunkt eventuell noch Pedelecs oder Lastenfahrräder zum Angebot dazukommen.

Wann die blau-silbernen MVG-Räder im ganzen Landkreis zur Verfügung stehen werden, ist noch ungewiss. Bislang ziehen 17 Kommunen mit, einige haben sich noch nicht entschieden. Bis zum Frühjahr 2019, so eine Sprecherin des Landratsamts, sollen aber alle Städte und Gemeinden, die mitmachen, bestückt sein - auch deswegen, weil die Förderung bis dahin ausläuft.