Garching Kinderhaus in Flammen

Beim Richtfest waren sie noch guten Mutes: Einrichtungsleiterin Anita Krack, Otto Knauer von der Diakonie Jugendhilfe Oberbayern, Bürgermeister Dietmar Gruchmann und Architekt Jörg Moser (von links). Nach dem Brand dürfte sich die Eröffnung um Monate verzögern.

(Foto: Florian Peljak)

Schwere Schäden nach Brand auf Baustelle in Garching

Von Gudrun Passarge, Garching

Nachdem die letzten Handwerker die Baustelle am Kinderhaus Untere Straßäcker verlassen hatten, hingen am späten Freitagnachmittag dicke Rauchschwaden über dem Gebäude in Garching. Die Feuerwehr wurde gegen 17.12 Uhr alarmiert. "Das war ein großes Feuer", sagt der Kommandant der Garchinger Feuerwehr, Christian Schweiger. Es wütete besonders auf der Nord- und Westseite des Hauses. Das Isoliermaterial und die Holzverkleidung der Fassade brannten, und wegen der großen Hitze zerriss es laut Feuerwehr Fensterscheiben und die Fensterrahmen verschmorten oder verbrannten.

Die Isolierung sollte eigentlich schwer entflammbar sein, "aber es hat trotzdem ganz schön gebrannt", stellte der Kommandant fest. "Aber das Dach ist unversehrt geblieben." Dort hatten zuletzt die Dachdecker geschweißt, es befanden sich Schweiger zufolge auch Gasflaschen auf der Baustelle. Die Brandursache? Nach dieser wird jetzt gesucht. Für die Stadt ist der Brand eine "Katastrophe", wie Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD) sagt. "Wenn die Statik betroffen ist, dann kann man das Haus abreißen." Wenn nicht, dann schätzt der Bürgermeister, werde sich der Einzugstermin um drei bis sechs Monate verschieben. Das Kinderhaus soll einmal zwei Krippen- und zwei Kindergartengruppen beherbergen. Zudem hat die Stadt in den Obergeschossen zwölf Wohnungen gebaut, die an Erzieher, Pfleger und öffentliche Bedienstete je nach Einkommen vergeben werden sollen. Das Kinderhaus sollte eigentlich schon 2017 fertiggestellt sein, doch wegen zahlreicher Änderungswünsche der Stadträte verschob sich der Termin auf den Herbst 2018, zuletzt war davon die Rede, den Betrieb Anfang 2019 aufzunehmen. Bereits im vergangenen Jahr hat die Stadt Container für die Krippengruppen aufgestellt, die von der Diakonie Oberbayern betreut werden. Sie wird auch das neue Kinderhaus führen. Nun sollten bis zum geplanten Umzug provisorisch Container für eine Kindergartengruppe hinzukommen. Denn durch die verspätete Fertigstellung des Kinderhauses hat sich ein Engpass in der Kinderbetreuung ergeben. So ist auch die Krippengruppe der Nachbarschaftshilfe auf Quartiersuche, weil ihre Räume in der Altenwohnanlage saniert werden müssen. Eigentlich sollten sie in ein Privathaus im Auweg einziehen, doch der TÜV fand bei seiner Untersuchung Schimmel, damit scheidet diese Lösung aus. "Davon haben wir auch am Freitag erst erfahren", sagt der Bürgermeister. Auch für diese Gruppe soll nun wohl ein Container aufgestellt werden, vermutlich ebenfalls neben der Baustelle Untere Straßäcker. Es wird eng mit den Betreuungsplätzen in Garching. Der Bürgermeister ist deshalb "froh und dankbar", dass der Festplatz mittlerweile ausgebaut ist mit aller Infrastruktur. Dort könnte die Stadt dann zur Not einen Containerplatz für die Kinder errichten, sagt Gruchmann.

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