Familienstützpunkt Oberhaching Helfende Instanz

Sie wollen die Familien stärken: Pfarrer Rüdiger Karmann, Cornelia Gollwitzer, Christiane Sperber und Weihbischof Rupert Graf zu Stolberg (vorne, v.li.).

(Foto: Claus Schunk)

Der erste Familienstützpunkt des Landkreises ist in Deisenhofen eröffnet. Sechs weitere Anlaufstellen sind geplant.

Von Stefan Galler, Oberhaching

In naher Zukunft soll es ein flächendeckendes Netz im gesamten Landkreis geben, um alle Familien zu erreichen - der erste Schritt dazu ist nun getan: Am Freitag hat das Familienzentrum Oberhaching der katholischen Kirche St. Bartholomäus im Oberhachinger Ortsteil Deisenhofen seine Pforten als erster Familienstützpunkt des Landkreises geöffnet.

"Kinder sind unsere Zukunft, das wissen wir seit Millionen Jahren", sagte Landrat Christoph Göbel (CSU) bei der Feier, "aber für deren Entwicklung muss auch jene Infrastruktur da sein, die durch nichts zu ersetzen ist: die Familie." Um den Familien zu helfen, dafür seien diese neuen Stützpunkte gedacht.

Die Stimmung war gelöst im Familienzentrum. Cornelia Gollwitzer, die den Stützpunkt leiten wird, begrüßte neben dem Landrat zahlreiche Lokalpolitiker, schließlich richtet sich ihre Einrichtung nicht nur an Bürger der Gemeinde Oberhaching, sondern auch an jene aus Sauerlach, Brunnthal, Höhenkirchen-Siegertsbrunn und Aying. Dementsprechend waren die Bürgermeister Stefan Schelle, Stefan Kern (beide CSU), Barbara Bogner (UBV Sauerlach) und Johann Eichler (PWH) beim Festakt ebenso präsent wie einige Kreisräte. Weihbischof Rupert Graf zu Stolberg segnete die Räumlichkeiten in einem kurzen Gottesdienst und löste bei den gut zwei Dutzend Kindern, die für die Eröffnung einige Lieder einstudiert hatten, Gekichere aus, als er sie mit Weihwasser beträufelte. "Noch mal, noch mal", glucksten die Kleinen - und erhielten später Lob vom Landrat: "Beachtlich, wie lange die Kinder über eine so lange Zeit während der Eröffnung ruhig sitzen geblieben sind." Das spreche für die beruhigende Atmosphäre am Stützpunkt.

Nur keine Verwirrung

Gedacht sind die Einrichtungen als Anlaufstellen für alle Bürger, die sich beispielsweise erkundigen wollen, was sich für sie ändert, wenn sie ein Kind bekommen. Welche Förderungen können beantragt werden? Wie können Kind und Beruf unter einen Hut gebracht werden? Wer sind wichtige Ansprechpartner? Aber auch in Erziehungsfragen und im Falle von familieninternen Konflikten steht der Stützpunkt als beratende Instanz zur Verfügung. Dabei wird, wie es in einer Broschüre des Landkreises heißt, größter Wert darauf gelegt, dass man nicht von oben herab belehrend wirkt, schließlich gibt es in Erziehungsfragen meist zu viele Ratschläge, die Verwirrung verursachen. Vielmehr wolle man konstruktive Vorschläge für Problemlösungen machen.

Landrat Göbel sagte, dass es "eine wunderbare Fügung" sei, dass der Stützpunkt exakt 50 Jahre nach der Gründung des Familienzentrums eingerichtet werde. Er stellte auch klar, dass gerade beim Thema "Familie" die oft beschworene Formel, wonach früher alles besser gewesen sei, nicht pauschal greife, trotz der Mehrbelastung, die viele Eltern heute im beruflichen Bereich zu tragen hätten: "Auch früher entsprach nicht bei allen die äußere Fassade dem tatsächlichen Umgang miteinander." Deshalb sei es vielleicht ganz gut, dass man von der Heiligen Familie diesbezüglich in der Bibel nur wenig erfahre, sagte Göbel und erntete Gelächter.

Weitere Familienstützpunkte des Landkreises werden in diesem Frühjahr in Feldkirchen (Caritas-Kinderhaus St. Jakob), Grünwald (Haus der Begegnung), Schäftlarn (Kindernetz Schäftlarn) und Unterschleißheim (Familienzentrum der Nachbarschaftshilfe) eröffnet. Taufkirchen erhält gleich zwei Stützpunkte: bei Integra und im Familienzentrum der Nachbarschaftshilfe.