Discounter in Unterhaching Genug von den Billigheimern

Schritt für Schritt werden die Discounter-Märkte größer.

(Foto: Peter Kneffel/dpa)

Aldi und Lidl in Unterhaching expandieren weiter. Das passt nicht mehr jedem.

Von Iris Hilberth, Unterhaching

Mit Discountern ist Unterhaching reichlich bestückt. Drei Filialen von Aldi, zwei Läden von Lidl und drei Märkte von DM stehen an der Peripherie der Gemeinde. Dass da in den vergangenen Jahren ziemlich viel Ladenfläche aus dem Billigsegment zusammengekommen ist, wird hin und wieder kritisch im Gemeinderat diskutiert. Ändern lässt sich freilich nicht mehr, was die Kommunalpolitik einst zugelassen hat. Im Gegenteil: Die Begehrlichkeit der Konzerne, durch Erweiterungen und Modernisierung noch mehr Umsatz in Unterhaching zu machen, wird regelmäßig durch Bauanträge deutlich. Jetzt plant Aldi schon wieder einen Umbau und Lidl wird eine seiner Filialen gleich ganz neu bauen. Neben den Grünen ist inzwischen auch die CSU gegen solche Pläne. Die Mehrheit im Bauausschuss aber stimmte diese Woche den beiden Bauvorhaben zu.

So soll die Aldi-Filiale am Ortsausgang Richtung Ottobrunn nun auch schicker, neuer und größer werden. Zwar wird das Gebäude insgesamt nicht wachsen, die Verkaufsfläche des Discounters aber durch Umbau von bisher 899 Quadratmetern auf 1149 erhöht. Wie beim Konkurrenten Lidl will man Semmeln, Brezn und Brote zukünftig in einem Backraum produzieren und nicht mehr wie bisher von einem Backautomaten auswerfen lassen. Zudem soll der Pfandraum separat angeordnet werden, wodurch die Rücknahmeautomaten aus dem Verkaufsraum verschwinden. Auch plant Aldi 30 überdachte Fahrradabstellplätze, was Gertraud Schubert von den Grünen prinzipiell befürwortet. Doch kritisierte sie in der Ausschusssitzung die Platzierung dieser Radlständer weitab von der Einkaufswagenbox. Da müsse man ja seine Einkäufe auf dem Rad allein lassen, um am anderen Ende den Einkaufswagenzurückzubringen, gab sie zu bedenken. Neu hinzukommen sollen bei der umgebauten Filiale zudem drei Elektroladestationen für Fahrräder und zwei für Autos.

Lidl setzt auf einen Neubau

Der Konkurrent Lidl versucht gar nicht erst mit Umbaumaßnahmen für die Kunden attraktiver zu werden, sondern will den im Jahr 2001 errichteten Markt am Grünwalder Weg gleich ganz abreißen und durch einen Neubau ersetzen. Das Konzept sehe eine "moderne Glasfassade, eine effiziente Wärmeregulierung, LED-Beleuchtung, breitere Gänge, eine höhere Warenverfügbarkeit und breitere Parkplätze" vor, erläuterte Unternehmensvertreter Carsten Hering in der Ausschusssitzung. "Wir wollen in der Region München noch stark wachsen", begründete er die Investition in die Unterhachinger Filiale.

So soll die Verkaufsfläche von Lidl am Grünwalder Weg von bisher 1052 auf 1375 Quadratmeter erhöht werden. Fünf Meter länger wird das Gebäude dadurch, was eine Reduzierung der Parkplätze von 136 auf 125 zur Folge hat. Das Sortiment von 1800 Artikeln soll bestehen bleiben, nur soll mehr in die Regale passen. Um Gedränge im Markt zu vermeiden, werden die Gänge von 2,00 auf 2,65 Meter verbreitert. Auch dieser Markt bekommt E-Ladesäulen und ein Solardach.

Die CSU, die einst die Entscheidung für die Märkte am Ortsrand mitgetragen hatte, will die Entwicklung nun stoppen. "Die müssen nicht noch größer werden", sagte Florian Riegel, der als parteifreies Gemeinderatsmitglied der CSU-Fraktion angehört. Die Discounter hätten jetzt schon eine Größe erreicht, "dass sie den Supermärkten im Ort das Wasser abgraben", begründete die CSU ihre Ablehnung. "Ich frage mich, wo geht die Spirale zu Ende", so Riegel. Bürgermeister Wolfgang Panzer (SPD) entgegnete: "Auch wenn die CSU nun meint, sie sei dagegen, die Dinge sind ja nicht jetzt neu erfunden worden." Wirtschaftsförderer und Rathaussprecher Simon Hötzl versuchte zu beruhigen: "Die Erweiterungen werden nicht dazu führen, dass unser Zentrum ausblutet." Es sei auch wichtig, dass die Gewerbegebiete attraktiv und damit zukunftsfähig blieben.