Bürgermeisterwahl Klostermeier verliert und gewinnt doch

Edwin Klostermeier (Zweiter von links) jubelt: Der Putzbrunner SPD-Bürgermeister geht in eine dritte Amtszeit.

(Foto: Claus Schunk)

Putzbrunns SPD-Bürgermeister wird für eine dritte Amtszeit gewählt, büßt aber im Vergleich zu 2012 massiv Stimmen ein.

Von Stefan Galler und Martin Mühlfenzl, Putzbrunn

Um 19.08 Uhr darf Edwin Klostermeier die ersten Glückwünsche in Empfang nehmen - und es ist der CSU-Bundestagsabgeordnete Florian Hahn, der als allererster dem alten und neuen SPD-Bürgermeister die Hand reicht. Irgendwie passend an diesem Sonntag, an dem zuvor die Wiederauflage der großen Koalition in Berlin durch das SPD-Mitgliedervotum fixiert worden war.

Klostermeier hat auch weiterhin das Sagen im Putzbrunner Rathaus, er setzt sich mit 53,0 Prozent der Stimmen bereits im ersten Wahlgang durch, eine Stichwahl ist nicht notwendig. Eduard Boger von der CSU kommt auf 25,2 Prozent, Walter Hois von der Gemeinschaft pro Putzbrunn (GPP) auf 21,8 Prozent. Die Wahlbeteiligung sank im Vergleich zu 2012 von 57,7 auf 53,8 Prozent.

Die Hoffnung auf einen Sieg in der ersten Runde war da

Der Wahlsieger war sichtlich erleichtert, als feststand, dass er auch weiterhin an der Spitze der Gemeindeverwaltung stehen würde: "Ich hatte schon die Hoffnung und auch den Eindruck, dass es in der ersten Runde klappen könnte", sagte er in einer ersten Stellungnahme. Bei drei Kandidaten könne er mit dem Ergebnis zufrieden sein, selbst wenn er mehr als 17 Prozent im Vergleich zur Wahl vor sechs Jahren verloren hat.

"Je länger man Bürgermeister ist, desto öfter muss man unpopuläre Entscheidungen treffen, ich denke da etwa an die Erschließungsbeiträge, die wir erheben mussten", so Klostermeier weiter. Dennoch habe er in drei der fünf Stimmbezirken doppelt so viele Stimmen wie der jeweils Zweitplatzierte erhalten.

Um Punkt 18 Uhr, als die Wahllokale ihre Pforten schlossen, waren die Unterstützer des Amtsinhabers ins Rathaus gekommen. Der SPD-Landtagsabgeordnete Peter Paul Gantzer, ein halbes Dutzend SPD-Bürgermeister und Mitglieder des Ortsvereins - sie alle strömten ins Foyer, wo die Ergebnisse auf einem großen Bildschirm bekannt gemacht werden sollten.

Im Nebenraum wurde fieberhaft das Ergebnis für das örtliche Stimmlokal ausgezählt, kaum war man fertig, wurde auch bereits das erste Resultat aus dem benachbarten Bürgerhaus bekannt gegeben. Und es deutete sich an, dass es ein spannender Wahlabend werden würde, denn Klostermeier lag nur knapp über der 50-Prozent-Grenze.

Mittlerweile waren auch die beiden Herausforderer eingetroffen, Eduard Boger in Gesellschaft von Florian Hahn und mit einem breiten Grinsen im Gesicht, schließlich hatte er schon nach dem ersten Wahlbezirk die Gewissheit, besser abgeschnitten zu haben als vor sechs Jahren, als er mit 18,7 Prozent zwar Zweiter unter drei Bewerbern wurde, jedoch deutlich geschlagen vom Amtsinhaber (70,3 Prozent).

"Wenn nicht, dann nicht."

Diesmal sollte es ein engeres Rennen geben, Boger gab sich dennoch höchst gelassen: "Wenn nicht, dann nicht", sagte er zu den vagen Aussichten, Klostermeier in eine Stichwahl zu zwingen. Und, mit Anspielung auf den dritten Kandidaten Hois, der im Wahlkampf betont hatte, für den Fall seiner Nichtwahl beruflich einen "Plan B" zu haben: "Ich brauche keinen Plan B." Boger ist Geschäftsführer des CSU-Bundestagswahlkreises München-Land.

Als das Ergebnis aus dem Stimmbezirk Waldkolonie kam, festigte sich Klostermeiers Mehrheit, dieses Teilergebnis ging mit 54,1 Prozent an ihn, Hois wurde hier mit 26,8 Prozent der Stimmen Zweiter. Der GPP-Kandidat sah dennoch nicht mehr sehr zuversichtlich aus, auch wenn Gemeinderat Martin Adler, dessen Freie Wähler Gemeinschaft Hois unterstützt hat, die Flinte noch nicht ins Korn werfen wollte: "Die Briefwähler fehlen noch und die machen 25 Prozent aus."

Nun hatten nicht nur Landrat Christoph Göbel (CSU) und seine Stellvertreterin Annette Ganssmüller-Maluche (SPD), sondern auch Edwin Klostermeier das Rathaus erreicht, er bahnte sich seinen Weg durch die fast hundert Interessierten. "Jetzt muss ich erst mal einen Blick auf die Tafel werfen", sagte er. Es dauerte, bis die Briefwähler und - als letzter Stimmbezirk - das Wahllokal an der Kiefernstraße ausgezählt waren. Danach stand fest, dass Klostermeiers Titelverteidigung geglückt war. Während CSU-Mann Boger noch immer gute Laune hatte ("Ich bin meiner Linie treu geblieben, einen respektvollen Wahlkampf zu führen"), suchten Hois und seine Anhänger schnell und ohne weitere Stellungnahme das Weite.