Unterschleißheim Bürgerhausfoyer wird erst 2020 saniert

Das Atrium wird beim Umbau verschwinden. Doch der Umbau verzögert sich.

(Foto: Sonja Marzoner)

Weil sich die Arbeiten im Foyer des Bürgerhauses aufwendiger gestalten als gedacht, verschiebt Unterschleißheim den Beginn um ein Jahr. Kulturveranstaltungen, die eigentlich verlegt werden sollten, können 2019 doch im großen Saal stattfinden.

Von Klaus Bachhuber, Unterschleißheim

Die Neugestaltung des Foyers im Unterschleißheimer Bürgerhaus verschiebt sich um ein Jahr. Der Kulturbetrieb "Forum" der Stadt hat spontan noch ein Jahresprogramm für 2019 improvisiert, sodass in Rat- und Bürgerhaus nun bis Anfang 2020 ein Jahr länger normaler Betrieb herrscht. Erst nach der Auszählung der Kommunalwahlen im Frühjahr 2020, für die große Räume im Gebäude benötigt werden, startet der Umbau.

Nach dem Grundsatzbeschluss des Stadtrats zur Neugestaltung des Foyers im Dezember mussten die Planer feststellen, dass der ursprünglich anvisierte Zeitrahmen nicht ansatzweise ausreiche. Zentraler Haken war wohl, dass die neue Foyergestaltung auch eine komplett neue Bewertung der Lüftungs- und Heizungssituation erforderlich macht. Die nötigen Vorarbeiten hierfür verschlingen allein zwei Monate. Zudem wurden dann in den Vorbesprechungen bereits kleinere Zusatzaufgaben formuliert, vom Ticketshop über die Anbindung an die Gastronomie bis zur Raumakustik.

In der Summe bedeute dies "deutlich mehr Planungsinhalte", erläuterte Architekt Günter Hofmayr vom Münchner Büro Jesse Hofmayr Werner dem Bauausschuss des Stadtrats am Montagabend die Verzögerung. Auch hätte die neue Tragwerkskonstruktion des Foyers so viele Vorarbeiten der ausführenden Betriebe nötig gemacht, dass die für das fragliche Zeitfenster "schon abgewunken" hätten. Daher haben die Stadträte im Ausschuss einstimmig eine Verschiebung um ein Jahr gebilligt.

Das gemeinsame Foyer des Bürgerhauses und des Rathauses wird völlig neu gestaltet. Simulation: Jesse Hofmayr Werner Architekten

(Foto: )

Weil die Stadtverwaltung darauf bestanden hat, die aufwendigen Kommunalwahlen noch ohne Baustellenbetrieb bearbeiten zu können, soll jetzt erst danach, also wahrscheinlich im Mai 2020, begonnen werden. Auch teurer wird das bislang mit fünf Millionen Euro kalkulierte Projekt durch die zusätzlichen Aufgaben wohl werden, genaue Zahlen wurden freilich noch nicht genannt. Im September soll es rathausintern noch einen Workshop geben, bei dem die Details und Standards der Neugestaltung besprochen werden.

Das "Forum" hatte für 2019 bereits ein Notprogramm ohne Nutzung des Bürgerhauses als zentralem Veranstaltungsort kreiert. Das Programm wurde nun wieder umgeworfen und doch wieder ein vollwertiges Jahresprogramm improvisiert. Diverse Veranstaltungen, die im Jugendzentrum "Gleis 1" in Lohhof angesetzt waren, finden nun im Bürgerhaus statt.

Ein Notprogramm im Jugendzentrum gibt es dann 2020

Außerdem wurden spontan noch Gastspiele für den Saal nachgebucht, die im "Gleis 1" nicht möglich gewesen wären. "Es war gerade eine sehr stressige Zeit", sagt Forum-Leiterin Daniela Benker, "aber wir haben es gut hinbekommen". Auch 2019 könne man nun wieder "eine Spielzeit bieten, die mit Sicherheit unsere Gäste zufrieden stellen kann". Die bereits im Schloss Schleißheim gebuchte Konzertveranstaltung bleibt als Farbtupfer im Programm.

Die Planungen für die Zeit von Mai 2020 an laufen im Kulturamt jetzt erst an. Hier hatte man vor der Verschiebung der Arbeiten gerade einen Termin avisiert und den habe man "schadlos abbiegen können", sagt Benker. Ein Notprogramm mit dem Gleis 1 als vorwiegendem Austragsort wird es nun 2020 geben.

Nachdem Bürger- und Rathauskomplex jeweils schon saniert wurden und werden, steht als Abschluss noch das verbindende Foyer an. Weil eine Sanierung der bestehenden Stahl- und Glaselemente deutlich teurer käme als ein Neubau, wurde entschieden, das gläserne Foyer zu erneuern. Dabei fasste der Stadtrat auch den Grundsatzbeschluss, die Dachkonstruktion zu verändern und damit das bisherige Atrium im Foyer entfallen zu lassen. Bei der Sanierung werden dann auch Brandschutzvorkehrungen erneuert.

Unter anderem wird jetzt die innen liegende Galerie komplett um das Foyer führen. Die Wendeltreppe als westlicher Aufgang wird durch eine rechtwinklige Treppe ersetzt. Der Infobereich wird vom ersten Stock des Rathauses ins Foyer verlagert. Der Durchgang zur Gastronomie im Haus wird deutlich erweitert und optisch auffälliger gestaltet.

Abschied vom Atrium

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