Aschheim/Ismaning Umwege zum Speichersee

Der Umweg für Fußgänger, welche die Bundesstraße B471 überqueren wollen, wäre beträchtlich.

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Nach der Verlegung der Autobahnanschlussstelle soll die B 471 auf Höhe Birkenhof nicht mehr überquert werden können. Ismaning protestiert und fordert eine Brücke für Fußgänger, Radler und Reiter.

Von Irmengard Gnau

Die Gemeinde Ismaning wehrt sich gegen Pläne der Regierung von Oberbayern, beim Ausbau der Bundesstraße B 471 zwischen Aschheim und Ismaning nördlich des Birkenhofs Fußgänger, Radfahrer und Reiter auf einen weiten Umweg zu schicken. Die Kommune fordert, südlich des Speichersees eine Brücke über die Bundesstraße zu errichten.

Die Behörde plant, drei direkte Zufahrten zur B471 zu schließen

Nachdem im vergangenen Jahr die Ausfahrt Aschheim/Ismaning der Autobahn A 99 verlegt und mit einem Overfly-Kreisel ausgestattet wurde, werden nun die Auswirkungen dieses Umbaus auf die umliegenden Straßen spürbar. Bei der Regierung von Oberbayern läuft zurzeit das nötige Planfeststellungsverfahren, um die B 471 nördlich der Autobahn, wo diese auf Aschheimer Gebiet am Birkenhof vorbei in Richtung Ismaning führt, baulich an die neuen Gegebenheiten anzupassen.

Die Behörde plant, drei direkte Zufahrten zur Bundesstraße zu schließen und stattdessen zwei parallel zur B 471 laufende öffentliche Begleitwege anzulegen. Prognosen zufolge wird sich das Verkehrsaufkommen auf der Bundesstraße noch weiter erhöhen, auf mehr als 26 000 Fahrzeuge pro Tag bis zum Jahr 2030. Zudem ist seit der Verlegung der Autobahnausfahrt die Ampel an der Einmündung der Kreisstraße M 3 in die B 471 weggefallen; hier regelt nun ein Kreisel den Verkehr. Durch die geplanten Umbauten soll die Verkehrssicherheit auf der Straße erhöht werden.

Fußgänger müssten einen etwa zwei Kilometer weiten Umweg machen

Allerdings würde mit der Schließung der drei Zufahrtswege auch Fußgängern, Radlern und Reitern die bisherige Möglichkeit versperrt, die Bundesstraße unterhalb des Speichersees zu überqueren. Geht es nach den Plänen der Regierung von Oberbayern, müssen sie künftig einen Umweg von bis zu zwei Kilometern in Kauf nehmen.

Fußgänger, die auf der Südseite des Isarkanals spazieren gehen und von der West- auf die Ostseite der B 471 wechseln wollen, müssten nämlich weit nach Süden gehen, um zur nächstgelegenen Unterführung südlich des Kreisverkehrs zu gelangen. Radfahrer können die Strecke über den Kreisverkehr abkürzen, doch auch für sie ergäbe sich ein Umweg von etwa 1,4 Kilometern.

Die Ismaninger Kommunalpolitiker fordern eine Brücke über die B471

Eine solche Lösung sei absolut unpraktikabel, befanden die Ismaninger Gemeinderäte einhellig, insbesondere in einem Landkreis, der sich Fahrradfreundlichkeit auf die Fahnen schreibe. Zudem, merkte CSU-Fraktionssprecher Peter Aurnhammer an, befördere eine solche Bauweise die Gefahr, da viele Menschen möglicherweise trotz eines Verbots die Straße wie gewohnt überqueren würden.

Die Kommunalpolitiker formulierten daher einstimmig die Forderung an die Regierung von Oberbayern, Fußgängern, Radlern und Reitern die direkte Überquerung der B 471 weiter zu ermöglichen und eine Brücke zu errichten.

Welche Chancen die Ismaninger Forderung hat, wird sich im weiteren Verfahren zeigen müssen. Bisher hatte die Regierung von Oberbayern eine Brücke wegen höherer Kosten, des Platzverbrauchs und wegen Eingriffen in Umweltschutzgüter ausgeschlossen.

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