Aschewolke und Ferienzeit Ab in den Süden?

Zu Pfingsten verzieht sich die Aschewolke und lässt die Münchner in den Urlaub fliegen. Endgültige Entwarnung gibt der Wetterdienst jedoch nicht.

Von Monika Maier-Albang

Was haben die Kirchentagsbesucher gefröstelt in München; und kaum sind sie weg, wird zwar das Wetter nicht sofort besser, aber zumindest die Wettervorhersage. Ein Hochdruckgebiet kündigt sich an, passend zu den Pfingstferien soll es Bayern erreichen.

Mit endlosen Warteschlangen müssen die Münchner wohl nicht rechnen, wenn sie über die Pfingsferien in den Urlaub fliegen.

(Foto: Foto: ddp)

Das ist die gute Nachricht für jene, die zu Hause bleiben wollen oder müssen. Doch auch für diejenigen, die einen Flug gebucht haben, hat der Deutsche Wetterdienst eine beruhigende Prognose. Die Aschewolke, die zur Zeit wieder über dem Norden Europas ihr Unwesen treibt, dürfte aller Voraussicht nach den Flugverkehr in München nicht behindern.

Natürlich sei so eine Prognose drei, vier Tage im Voraus "kritisch", räumt Uwe Kirsche, Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD), ein. Zur Zeit gehen die Meteorologen aber davon aus, dass sich die Großwetterlage zum Ende der Woche ändert.

Statt der kühlen Luft aus dem Norden, die derzeit für Kälte sorgt, wird eine Süd-West-Strömung Warmluft bringen. Gleichzeitig drängt dieser wohlige Luftstrom die Asche-Wolke, die der isländische Vulkan Eyjafjallajökull ausstößt, gen Norden ab.

Entwarnung also für den Betrieb am Münchner Flughafen, zumindest für das erste Wochenende der Pfingstferien. Entscheidend ist aber natürlich, wohin man fliegt: Geht es Richtung Süden, ist die Luft rein. Wer die Pfingstferien jedoch in Island selbst verbringen möchte, wer Dublin oder den Norden Englands ansteuert, könnte Probleme bekommen.

Bereits zu Wochenbeginn waren Flughäfen in den Niederlanden, in Irland und Großbritannien geschlossen worden. Und selbst wenn die Wolke nicht bis nach Deutschland reicht, erklärt Uwe Kirsche, kann sie dennoch auch am Münchner Flughafen für Unannehmlichkeiten sorgen.

So lange die Asche nämlich in der Atmosphäre hängt, müssen Maschinen, die über Nordeuropa fliegen, ihre Route oder die Flughöhe ändern, was dazu führen kann, dass sie verspätet eintreffen. Dies wiederum könnte den Flugplan durcheinander würfeln - zumal, wenn er so dicht gedrängt ist wie am Pfingstwochenende.

4100 Maschinen werden am kommenden Wochenende (von Freitag bis Pfingstmontag) vom Münchner Flughafen starten oder dort ankommen. Allein für den Freitag kündigt der Flughafen 1227 Starts und Landungen an. 100.000 Menschen werden an diesem Tag im Erdinger Moos abfliegen, umsteigen oder aussteigen, um in München Urlaubstage zu verbringen. Ein verkehrsreiches Wochenende also, dem die Bewohner im Norden Münchens mit Schauder entgegen sehen.

Das beliebteste Urlaubs-Flugziel in den Pfingstferien ist übrigens Italien: 1000 Maschinen starten dorthin während der beiden Ferienwochen. Halb so viele gehen nach Spanien. Für die Fußballfans sind 35 Flüge nach Madrid reserviert, wobei es viele Spanien-Touristen doch eher an den Strand zieht.

104 Flüge gehen allein nach Palma de Mallorca. Ein beliebtes Ziel ist nach wie vor die Türkei. 358 Maschinen machen sich auf den Weg dorthin, allein 111 zum Badeort Antalya an der Südküste der Türkei.

Allen Gästen empfiehlt die Flughafenverwaltung, rechtzeitig vor dem Start da zu sein. Und zur Lage der Aschewolke solle man sich am besten am Tag vor dem Abflug informieren, rät DWD-Sprecher Kirsche. Letztlich sind Vulkan und Luftströmung eben doch unberechenbar.