Landgericht München Lebenslange Haft für Mord an Manager

Mit 13 Schüssen beim Autokauf ermordet: Der 41 Jahre alte Angeklagte Rainer H. ist im Prozess um den getöteten Manager zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Im Prozess um den gewaltsamen Tod des Investmentmanagers Dirk P. hat das Münchner Schwurgericht das Urteil gefällt: Der 41 Jahre alte Angeklagte ist zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Die Richter hielten es für erwiesen, dass der hoch verschuldete Angeklagte den 36-jährigen Familienvater tötete, um sich in den Besitz des hochwertigen Wagens zu bringen. Mit seiner Entscheidung entsprach das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert.

An der Kleidung des Angeklagten im Prozess um den ermorderten Dirk P. wurden Schmauchspuren an der Kleidung des Angeklagten gefunden.

(Foto: dapd)

Knapp ein halbes Jahr hatte die erste Strafkammer am Landgericht München I die Tat und ihre Hintergründe untersucht. Am Ende der Beweisaufnahme am vergangenen Freitag stand nach rund 100 Zeugenaussagen und etlicher Sachverständigengutachten kaum Entlastendes für den 41-jährigen Angeklagten. Die Indizienkette der Anklage wies so gut wie keine Widersprüche auf.

Rainer H. hat laut Urteil den 37-jährigen Dirk P. kaltblütig erschossen, nur um an dessen 53.000 Euro teuren Audi A 8 zu kommen. Der mit mehreren hunderttausend Euro verschuldete und offenbar an ausgeprägter Selbstüberschätzung leidende Rainer H. hat spätestens seit 2008 auf einen Mord an einem privaten Autoverkäufer vorbereitet, um sich mit dem Weiterverkauf des Fahrzeugs zu bereichern.

Dirk P. war ein Zufallsopfer geworden. Er hatte seinen bei einer Zollauktion günstig ersteigerten Audi zum Verkauf inseriert, weil das Luxusfahrzeug für eine Familie nicht geeignet war. H. interessierte sich für den Wagen und gab sich gegenüber P. als "Herr Arnold" aus. Zur Probefahrt trafen sich der Hausmeister und der erfolgreiche Manager, der mit seiner Frau und seinen Kindern in Bogenhausen lebte, am Morgen des 14. Januar 2010.

Die Probefahrt endete in Laim. In der Garage H.s am Freiburger Platz soll er sein Opfer zunächst mit Handschellen gefesselt und dann mit 13 Schüssen aus einer Ruger, Kaliber 22, getötet haben. Nur Stunden nach dem Mord soll H. versucht haben, den Audi an einen Starnberger Autohändler zu verkaufen.

Die Witwe des Opfers - Dirk P. hinterlässt auch zwei kleine Kinder - nahm den Schuldspruch "zufrieden" auf. "Sie ist eine starke Frau und beginnt langsam, die Tat zu verarbeiten und in den Alltag zurückzufinden", so ihr Nebenklage-Anwalt. Sie hätte sich allerdings noch "Antworten des Angeklagten auf viele Fragen gewünscht". Rainer P. hatte jedoch abgesehen von dem Satz "Hohes Gericht, ich bin unschuldig" zu den Vorwürfen geschwiegen. Seine Verteidiger wollen in Revision gehen.