Kussaktion am Valentinstag "Wir lieben Küssen"

Deutschlands erster Kussverein will die Kusskultur in Deutschland fördern und weiterentwickeln. sueddeutsche.de sprach mit dem ersten Vorsitzenden Marco Wanke.

Interview: Silke Breimaier

Der Kussverein organisiert am Valentinstag einen "Freezemob" in München: Das heißt, am Samstag um 12 Uhr treffen sich die Kussfreunde und andere Pärchen am Stachus und küssen sich - alle gleichzeitig und jedes Pärchen in einer anderen Pose, in der sie dann dreieinhalb Minuten verharren.

Da geht was!

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sueddeutsche.de: Herr Wanke, was ist für Sie ein Kuss?

Marco Wanke: Ein Kuss beginnt mit "Lippe auf Lippe" und kann sich dann noch weiterentwickeln. Küsse auf die Backe sind für mich, wie man in Bayern sagt, ein Bussi.

sueddeutsche.de: Sie haben einen Kussverein gegründet. Wie kommt man auf eine solche Idee?

Wanke: Ich habe im vergangenen Jahr eine Deutschlandtour gemacht und in zehn Tagen 1000 Frauen geküsst. Dabei wollte ich Deutschland motivieren, mehr zu küssen. Es gab so viel Resonanz, da kam mir die Idee mit dem Verein. Und so entstand "Kussfreunde e.V.". Wir lieben das Küssen.

sueddeutsche.de: Was möchte der Verein erreichen?

Wanke: Deutschland sollte mehr Offenheit zeigen, was Gefühle angeht. Die Kussfreunde wollen, dass Pärchen sich nicht mehr nur zuhause auf der Couch küssen, sondern auch in der Öffentlichkeit. Ich rede dabei nicht von auffressenden Zungenküssen, an denen alle mit Ekel vorbeigehen, sondern von einem liebevollen, schönen, dezenten Kuss.

sueddeutsche.de: Wie küsst man denn richtig?

Wanke: Ein guter Kuss darf nicht geplant sein, das klappt nicht. Er sollte spontan sein und die Atmosphäre muss stimmen, der Partner muss passen und dann kommt der perfekte Kuss zustande.

sueddeutsche.de: Was ist am Küssen so schön?

Wanke: Küssen ist die schönste Nebensache der Welt. Es ist gesund. Wenn man sich intensiv küsst, verbraucht man 750 Kalorien, das ist wie eine Stunde Joggen - nur gelenkschonender. Beim Küssen werden 40 Muskeln angespannt und Endorphine ausgeschüttet. Küssen hat großes Suchtpotential. Küssen ist sehr intim und ist der Anfang von allem.

sueddeutsche.de: Wer kann bei Ihren Kussfreunden Mitglied werden?

Wanke: Das kann jeder, der Spaß am Küssen hat. Und man sollte natürlich ein aktiver Küsser sein. Ob Pärchen oder Singles, das ist für uns kein Kriterium. In unserem Verein kann geküsst werden, aber es ist kein Muss. Die Mitgliedschaft ist kostenlos.

sueddeutsche.de: Kann an Ihrer Kussaktion jeder teilnehmen?

Wanke: Der Freeezemob ist die erste große Aktion der Kussfreunde, wenn sich da der ein oder andere Passant noch anschließt, sind wir auf dem besten Weg.

sueddeutsche.de: Wie geht es mit dem Verein weiter?

Wanke: Die Kussfreunde werden in nächster Zeit richtig Gas geben, denn - wie gesagt - mit jeder Aktion wird mehr geküsst. Wir möchten Kuss-Schulungen oder Kuss-Camps veranstalten. Unser Ziel ist es, dass Deutschland zur Kussnation Nummer Eins in Europa wird.

Weitere Informationen und Mitgliedschaftsantrag unter www.kussfreunde.de