Kulturreferat Bauen und Sparen passt schlecht

Überdachter Hof, modernisierter Bau: das neue Museum. Entwurf: Auer Weber Architekten

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Die anstehende Generalsanierung des Stadtmuseums wird wegen der Haushaltslage eventuell verschoben

Von Franz Kotteder

Die Generalsanierung des Stadtmuseums wird möglicherweise wegen der aktuellen Haushaltslage um ein Jahr verschoben oder einzelne Baumaßnahmen werden "zeitlich gestreckt". Konkrete Beschlüsse gibt es noch nicht, aber ein interfraktioneller Arbeitskreis hat sich bereits mit dem Thema befasst. "Das wird sicher diskutiert werden", sagt SPD-Kultursprecher Klaus Peter Rupp, die Sache sei aber noch nicht spruchreif. Die Sanierung des maroden Museumsgebäudes wird bis zu 200 Millionen Euro kosten.

Im vergangenen Jahr hatte der Stadtrat bereits für den Entwurf des Münchner Büros Auer Weber gestimmt, der sich im Ausschreibungsverfahren gegen 22 andere durchgesetzt hatte und einen kompletten Umbau des nördlichen Innenhofs und einen neuen Eingangsbereich vorsieht. An eine nur teilweise Umsetzung des Sanierungsprogramms sei aber laut Rupp nicht gedacht: "Ich halte das Ergebnis des Wettbewerbs für richtig, da muss man nicht dran rütteln."

Gegen eine zeitliche Streckung des Bauvorhabens spräche allenfalls, dass der Stadtrat bereits im November dem Stadtmuseum 115 000 Euro genehmigt hat, um sein Publikum den Umbau und die erforderlichen Baumaßnahmen in Veranstaltungen und in verschiedenen Medienformaten bis 2017 zu erläutern. Und Kulturreferent Hans-Georg Küppers (SPD) will im nächsten Kulturausschuss am Donnerstag eine Reihe von neuen Stellen beantragen, die schon im Oktober hätten beschlossen werden sollen, dann aber wegen der Haushaltssperre erst einmal auf Eis gelegt wurden. Das Stadtmuseum soll drei neue Stellen bekommen - für Museumstechnik, Öffentlichkeitsarbeit, den Besucherservice und Herkunftsforschung. Ein Teil davon wird auch mit dem zusätzlichen Arbeitsanfall durch die anstehende Generalsanierung begründet.

Diese drei Stellen sind jedoch nicht die einzigen, die am Donnerstag genehmigt werden sollen. Vier weitere neue Stellen werden bei der Stadtbibliothek geschaffen wegen einer Erweiterung des Angebots im Literaturarchiv Monacensia. Das Haus soll im Herbst des Jahres nach der umfassenden Generalsanierung wieder eröffnet werden. Weitere zwei Stellen sowie eine Volontariatsstelle sollen in der Von-Parish-Kostümbibliothek geschaffen werden, einem der weltweit bedeutendsten Archive für Mode überhaupt, das viele Jahre ein Dornröschen-Dasein führte. Der Kulturausschuss dürfte wohl allen neuen Stellen zustimmen: Es wäre widersinnig, für die Häuser neue Konzepte festzuschreiben und dann die dafür nötigen Stellen zu verweigern. Überhaupt bleibt wenig Raum, im Kulturetat einzusparen, will man das Angebot nicht beschneiden. Noch unklar ist, wie es beim Volkstheater weitergeht: Der Stadtrat will bis Anfang April genaue Zahlen für den Neubau auf dem Viehhof haben und dann entscheiden, was es seiner Ansicht nach nicht braucht. Einen Vorbescheid für einen Bau in Maximalgröße gibt es bereits, er wurde jetzt von der Lokalbaukommission genehmigt. Davon kann man auf alle Fälle jede Menge Abstriche machen: Eine derartige Maximallösung will nämlich nicht einmal das Volkstheater selbst.