Von Franz Kotteder

NS-Dokuzentrum, Lenbachhaus, Stadtmuseum - in Sachen Kulturpolitik ziehen die Münchner Fraktionen bei den Großprojekten an einem Strang.

Der Erfolg hat ja bekanntlich viele Väter, aber wenn München in absehbarer Zeit ein Dokumentationszentrum über die Nazizeit bekommen wird, dann hat das sogar seine Richtigkeit. Denn nicht nur im Rathaus - aber vor allem dort - haben alle Parteien das Projekt nicht nur einstimmig gefordert, sondern auf die unterschiedlichste Art und Weise in ihren eigenen Parteigliederungen auf allen Ebenen befördert und schließlich auch durchgesetzt.

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Und was das Rathaus angeht, kann man noch gar nicht mal die Formulierung "in seltener Einmütigkeit" verwenden. Denn der Kulturausschuss des Stadtrats ist seit einigen Jahren eine matte Sache geworden für all jene, die scharf auf Konfrontationen sind.

In den meisten Fragen ist man nicht sehr weit auseinander, und wo das seit 2001 dann mal der Fall war, hat die damalige Kulturreferentin Lydia Hartl, die auf dem SPD-Ticket ins Amt gekommen war, schon dafür gesorgt, dass sich bald alle wieder einig waren - in der Ablehnung ihrer bisweilen recht unkonventionellen Vorschläge nämlich.

In der Tat ist es in der vergangenen Amtsperiode des Stadtrats häufig darum gegangen, das Schlimmste zu verhindern, und das sorgte für eine fraktionsübergreifende Allianz der Kulturpolitiker. Oft war es sogar so, dass die CSU zwar gegen die rot-grüne Mehrheit stimmte, aber eigentlich vor allem deshalb, weil man als Opposition ja schlecht die anderen später dann im Wahlkampf wieder angreifen konnte, wenn man selbst dafür gewesen ist.

Die kommunalpolitischen Wahlprogramme der Stadtratsparteien sind zu weiten Teilen ein Spiegel der politischen Verhältnisse im Kulturausschuss. Natürlich ist man stolz darauf, was man in den vergangenen Jahren alles in allem zusammen erreicht und auf den Weg gebracht hat.

Und so findet sich die Verwirklichung des NS-Dokumentationszentrums bei den vier Großen an vorderster Stelle. Auch die anstehende Generalsanierung des Lenbachhauses ist ebenso unumstritten wie das neue Konzept für das Stadtmuseum oder die verstärkte Förderung der Kultur in den Stadtteilen.

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