Die hiesigen Künstler sind in Not: In München gibt es zu wenige bezahlbare Ateliers. Die Stadt bemüht sich nun um die Schaffung neuer Künstlerquartiere.
Die Lage ist ernst, aber keineswegs hoffnungslos: Nach wie vor gibt es viel zu wenig bezahlbare Ateliers für Künstler in München, aber das Kulturreferat ist trotzdem zuversichtlich, eine Entspannung der Situation in absehbarer Zeit erreichen zu können. "Wir sind ein richtiges Stück vorangekommen", sagte Kulturreferent Hans-Georg Küppers (SPD) in der gestrigen Sitzung des Kulturausschusses im Stadtrat. Allein durch die Sanierung des Hauses 50 in der Domagkstraße habe man das Angebot städtischer Ateliers von vorher 50 auf jetzt 152 steigern können, und immerhin 161 Künstler erhalten inzwischen städtische Mietzuschüsse für ihre Ateliers.
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Die Künstlerin Doris Hahlweg in ihrem Atelier in der Baumstraße. (© Foto: Catherina Hess)
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München ist für Künstler fast doppelt so teuer wie Berlin
Andererseits fiel im vergangenen Sommer die Blumenstraße 28 weg, weil die Phase der Zwischennutzung des Stadtwerke-Gebäudes beendet war. Das bedeutete auf einen Schlag 130 Ateliers weniger. Gerade in München ist das für viele Künstler fatal. Nach wie vor liegen in München die Mietpreise im Bundesdurchschnitt am höchsten; die Nettokaltmiete, so Küppers im Ausschuss, betrage hier nach Angaben des Deutschen Mieterbundes mittlerweile 9,99 Euro, in Berlin-West zahle man im Durchschnitt nur 5,43 Euro. Dem stünden die sehr geringen Einkommen von Künstlern gegenüber. Ein Großteil der künstlerisch Arbeitenden verdiene nicht mehr als 15.000 Euro im Jahr, die unter 30-Jährigen gar nur knapp 10.000 Euro - so jedenfalls die Erhebungen der Künstlersozialkasse für das Jahr 2009.
Diese Zahlen machen dem Stadtrat Sorgen. Monika Renner (SPD) und Florian Roth (Grüne) betonten die Notwendigkeit eines Zentrums für die Kreativwirtschaft, das an der Dachauer Straße entstehen könne, auch wenn das dortige städtische Atelierhaus wohl über kurz oder lang abgerissen werde. Richard Quaas (CSU) und Christa Stock (FDP) plädierten dafür, den dort zum Ende Oktober gekündigten 26 Künstlern eine Perspektive über diesen Termin hinaus zu geben.
Kulturreferent Küppers sieht dafür gute Möglichkeiten: "Die neue Bebauung dort kommt voraussichtlich nicht vor 2013, insofern bin ich zuversichtlich, dass wir eine Fristverlängerung für die Künstler hinbekommen." Gute Aussichten für weitere Ateliers sieht das Kulturreferat außerdem im künftigen, geplanten Kreativquartier, in der ehemaligen Stückguthalle an der Landsberger Straße und in der alten Hausmeistervilla der Pasinger Fabrik.
(SZ vom 22.01.2010/hes)
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In München gibt es viel zu viele finanzstarke Hobbykünstler, die für gutes Geld Ateliers wegmieten. Nichts gegen diese Leute, aber die sollen daheim im Wohnzimmer arbeiten. Aber viel zu viel Hobbyzeugs und Möchtegernkünstler schaffen es, dass für die "echten" Künstler die Luft dünn wird.
Jeder hier hält sich gleich für einen Künstler. Aber eigentlich sind diese Leute ja kunstinteressiert und sollten sich eher auf den Kauf von "richtiger", d.h. professioneller Kunst konzentrieren. Da wäre der Kunst und vielen Künstlern schon geholfen.
Weitläufig verbreitete Meinung bei Hobbykünstlern,.....ach ja das kann ich doch selbst viel besser......naja von wegen....es gibt zu viel Ramsch.
München wurde nicht immer von einem Stadtrat regiert, dem eine kreative, gebildete, mobile und selbst denkende Bürgerschaft ein steter Dorn im Auge ist.
Was sich ändern müßte, ist damit auch klar.
"Sanierung", "Zwischennutzung", "abgerissen", "ehemaligen" "alten".
Die Wortwahl im Artikel zeigt, welchen Stellenwert Kunst und Kultur im heutigen MUC haben. Da ist es ein Glück, Besucher zumindest damit beeindrucken zu können, wer alles hier einmal gewirkt hat und welche Impulse von dieser Stadt ausgingen.
Was war hier einmal anders, dass München eine der ersten Adressen für Kulturschaffende aus aller Welt war? Und was müsste sich ändern, damit in der Jetzt-Zeit etwas Vergleichbares geleistet werden kann?
Die räumlichen Verhältnisse sind nicht alleine für den aktuellen Zustand verantwortlich!
Alles Gute
Kai Hamann