Kritik am Bildungssystem Münchner protestieren für "Mehra Lehra"

Große Klassen, Unterrichtsausfall, überforderte Lehrer: Mehr als 2500 Eltern und Schüler gingen in München auf die Straße, um ihrer Unzufriedenheit mit dem bayerischen Bildungssystem Ausdruck zu verleihen.

Mehr als 2500 Eltern und Schüler haben in der Landeshauptstadt gegen Stundenausfall und große Klassen an Bayerns Schulen demonstriert. Sie versammelten sich zu einer Kundgebung auf dem Münchner Odeonsplatz. Mit Plakaten wie "Lehrerabbau = Supergau" forderten sie mehr Geld für Bildung, mehr Lehrer und kleinere Klassen.

"Mehra Lehra" fordert ein Mädchen mit einem selbstgemalten Schild bei der Demonstration auf dem Münchner Odeonsplatz.

(Foto: dpa)

Ein Münchner Elternpaar hatte die Initiative "Bildung 21" gestartet und die Protestkundgebung sowie eine Unterschriftenaktion organisiert. "Man hat uns versprochen, dass mit dem G8 keine Stellen gespart würden, und nun ist es doch so", sagte Isabel Krämler-Kienle von der Initiative. Etwa 1000 Unterschriften in wenigen Tagen und die Vielzahl an Demonstranten seien Beweis genug für die Brisanz des Themas.

"Wir sind sehr verärgert über die Situation an den Schulen", sagte Manuela Saller, die mit ihren drei Kindern zur Kundgebung kam. "Die meisten Lehrer sind mit diesen großen Klassen überfordert. Sie sind genervt und schreien herum. Insbesondere die schwachen Schüler bleiben völlig auf der Strecke". Ihre Tochter Theresa, die eine zehnte Klasse mit 32 Schülern besucht, fügte hinzu: "Wer von zu Hause aus keine Unterstützung hat, kann das Gymnasium eigentlich nicht schaffen."

Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) betonte, er nehme die Sorgen der Eltern ernst. "Ich nehme die Willensbekundung der Eltern deutlich wahr", sagte er laut Mitteilung und versprach eine Senkung der durchschnittlichen Klassenstärke in allen Schularten.