Kriminalität in München Polizei warnt vor Einbrechern

Mit dem Stemmeisen an die Beute: Einbrecher haben in München ein eher geringes Risiko - die Aufklärungsquote liegt bei etwa zehn Prozent.

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Allein von Oktober bis Dezember wurden Hunderte Münchner zu Opfern von Einbrechern - und das keineswegs nur in besseren Gegenden. Die Aufklärungsquote ist niedrig. Nun bittet die Polizei um Mithilfe.

Von Florian Fuchs

Die Anzahl der Wohnungseinbrüche in München steigt. Das hat Polizeivizepräsident Robert Kopp am Montag bei einer Pressekonferenz bekannt gegeben. Die Polizei startet deshalb eine neue "Notruf-Offensive". Zeugen sollen bei verdächtigen Beobachtungen sofort den Polizeiruf 110 wählen, sagte Kopp. "Dann klicken auch die Handschellen."

Von Anfang Oktober bis Ende Dezember gab es laut Statistik 418 Einbrüche in München und im Landkreis - sowohl in Wohnungen von Mehrfamilienhäusern, als auch in Einfamilienhäusern. Dies entspricht einer Steigerung von 5,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Wintermonate gelten als Hauptsaison für Einbrüche, weil es schneller dunkel wird und sich die Täter so leichter tun.

"Den Trend, dass es mehr Einbrüche gibt, beobachten wir seit etwa zwei Jahren", sagte Kopp. Das gelte aber nicht nur für München, sondern bundesweit. Den Angaben des Polizeipräsidiums zufolge fanden mehr als 30 Prozent der Einbrüche seit Oktober in Mehrfamilienhäusern statt. "Es ist ein Irrglaube, dass nur bessere Wohngegenden betroffen sind", warnte Thomas Feiner vom zuständigen Dezernat.

Die Aufklärungsquote bei Einbrüchen liegt in München bei etwa zehn Prozent. Allerdings blieb es in rund 40 Prozent der 418 besagten Fälle beim Versuch der Täter: Entweder scheiterten sie an den Sicherheitsvorkehrungen, oder sie fanden keine Beute. Oft seien sie aber auch durch Zeugen gestört worden, sagte Kopp.

"Wir sind auf schnelle Informationen angewiesen"

Die Polizei bittet deshalb die Bevölkerung um noch stärkere Mithilfe, um Taten aufzuklären. "Wir sind in solchen Fällen auf schnelle Informationen angewiesen, um Täter vielleicht noch am Tatort zu schnappen", sagte Kopp. Die Polizei sei deshalb über jeden Hinweis etwa auf verdächtige Personen, Fahrzeuge oder Geräusche dankbar, auch wenn es am Ende ein falscher Alarm sei. Gerade in den vergangenen Tagen hätten Zeugenhinweise zu Fahndungserfolgen geführt: etwa bei der Festnahme von Bettlern in Gräfelfing, die in Österreich in ein Haus eingebrochen und dann sogar die Anwohnerin ermordet haben sollen.

Ein Beispiel, wie es im Idealfall laufe, habe sich am Silvesterabend zugetragen: Eine 83 Jahre alte Münchnerin habe in ihrem Mehrfamilienhaus in Neuhausen gehört, wie gegen 19 Uhr ein unbekannter Mann bei ihr und auch bei Nachbarn geklingelt habe. Die Seniorin verständigte über den Notruf die Polizei, eine Streife stellte den Mann, durchsuchte ihn - und fand Einbruchwerkzeug und Beute aus bereits zuvor begangenen Einbrüchen. Er wurde festgenommen.

Um Wohnungen oder Häuser besser vor Einbrüchen zu schützen, bietet die Polizei die Dienste des sogenannten "rollenden Sicherheitsberaters". Der Informationswagen steht am heutigen Dienstag vormittags an den Riem-Arcaden und nachmittags am Einkaufszentrum Pep in Neuperlach. Beamte des Kommissariats für Prävention beraten darin Bürger über Sicherheitssysteme.

Um den Ermittlern nach einem Einbruch die Arbeit zu erleichtern, fordert die Polizei die Bürger auf, ihre Wertgegenstände zu fotografieren. So haben etwa Schmuck oder Artikel aus der Unterhaltungselektronik, die neben Bargeld die beliebteste Beute von Einbrechern darstellen, individuelle Markennummern oder andere Kennzeichnungen. "Wenn wir Fotos und Informationen über diese Kennzeichnungen haben, stehen die Chancen besser, den Tätern auf die Spur zu kommen und die Wertsachen wieder zu beschaffen", sagte Arno Helfrich vom Kommissariat für Prävention.