Kostenloses Internet in München Sicher surfen am Marienplatz

Seit sechs Wochen gibt es am Marienplatz einen kostenlosen Wlan-Hotspot. Die Leute nehmen das freie Internet gerne an - doch wer sensible Daten eingibt, sollte einige Regeln beachten.

Von Mirjam Hauck

Mailen, surfen und twittern am Marienplatz, das können seit Ende April Münchner und Touristen dank des neuen öffentlichen Wlans. Betreiber des Netzes sind die Stadtwerke in Kooperation mit M-Net und dem Portal muenchen.de. Zwei Jahre lang testen sie nun, ob die Idee vom kabellosen, freien Internet in München angenommen wird.

Wer sich einloggen will, muss nur auf seinem Smartphone, Tablet oder Notebook in den Wlan-Einstellungen nach verfügbaren Netzwerken suchen und den Eintrag "M-Wlan" auswählen. Dann noch die Nutzungsbedingungen akzeptieren und schon kann man bis zu einer Stunde am Stück kostenlos im Netz surfen. Spätestens bis zum Oktoberfest sollen weitere Hotspots an Touristen-Magneten wie Karlsplatz, Odeonsplatz, Isartor und Sendlinger Tor folgen.

Kostenlose Wlan-Netze betreiben bislang vorwiegend amerikanische Fast-Food-Ketten oder Coffeeshops. Wer günstig außerhalb seiner eigenen vier Wände surfen wollte, musste sich also mindestens einen Hamburger oder einen Cappuccino leisten.

Das fällt nun weg, und die Stadtwerke äußern sich recht zufrieden über die Akzeptanz des öffentlichen Wlans. Seit dem Start vor gut sechs Wochen wurde es knapp 2000-mal genutzt. Dabei verzeichneten die Stadtwerke einen Datenverkehr von rund 430 Gigabyte. Mit diesem Datenvolumen lassen sich etwa 340.000 Bilder ins Internet stellen oder etwa 475 Stunden hochauflösende Videos anschauen.

Sicherheitsmaßnahmen von den Stadtwerken

Dies Zahlen würden zeigen, dass das Angebot von den Nutzern gut angenommen werde, erklärt ein Sprecher der Stadtwerke. Zumal die Tendenz steigend sei. Die Nutzer gingen auch sehr verantwortungsvoll mit dem Angebot um. Zwar habe man vonseiten der Stadtwerke Sicherheitsmaßnahmen ergriffen, so seien beispielsweise keine gewaltverherrlichenden Seiten abrufbar, aber bislang habe man keine negativen Erfahrungen gemacht.

Auch auf Seiten der Nutzer muss man keine größeren Sicherheitsbedenken gegenüber dem öffentlichen Wlan auf dem Marienplatz haben. Zumindest wenn man lediglich im Internet surft und sich beispielsweise den Münchner Stadtplan oder die Öffnungszeiten eines Restaurants anzeigen lässt.

Wer dagegen sensible persönliche Daten wie Zugangskennungen oder Passwörter eingeben will, sollte unbedingt darauf achten, dass er auf einer verschlüsselten Seite surft. Diese erkennt der Nutzer daran, das am Anfang der Internetadresse noch ein kleines "s" hinter "http" steht. Ist dies nicht der Fall, sollten Nutzer auch keine persönlichen Daten eingeben. Gerade bei beliebten Webmail-Diensten wie GMX oder Web.de oder auch den Webseiten der Deutschen Bahn oder der Lufthansa sind die Startseiten nämlich nicht verschlüsselt.

Das könne man bei einigen aber ändern, indem man selbst händisch ein kleines "s" hinter das "http" setzt, sagt Stefan Tomanek vom Institut für Internet-Sicherheit an der Hochschule Gelsenkirchen. Aus Kostengründen hätten das die Seitenbetreiber oft nicht standardmäßig eingestellt.

Noch einfacher ist es, wenn sich Nutzer vorher entsprechende Erweiterungen für den Browser einrichten, also kleine Programme wie "https-Everywhere" installieren. Dann sind die persönlichen Daten verschlüsselt, und sie lassen sich nicht einfach abfangen - von einem böswilligen Internetnutzer, der neben einem am Fischbrunnen sitzt.