Statt mit dem Bau der zweiten Stammstrecke zu beginnen, schieben sich die Politiker die Schuld für das fehlende Geld nun gegenseitig zu: Oberbürgermeister Christian Ude bezeichnet den CSU-Vorschlag einer kommunalen Beteiligung an den Kosten als "durchsichtiges Wahlkampfmanöver" - und macht selbst damit Wahlkampf.
Es sieht schlecht aus für den zweiten S-Bahn-Tunnel unter der Innenstadt - statt endlich loszubauen, schieben sich die Politiker die Schuld dafür gegenseitig zu, dass nicht genügend Geld da ist für das Zwei-Milliarden-Euro-Projekt. Ein Beispiel dafür liefert nun Oberbürgermeister Christian Ude (SPD): Zuletzt hatte die CSU gefordert, die Stadt wie auch die Umlandkreise sollten einen finanziellen Beitrag zum Bau leisten.
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Ude hatte dies als "durchsichtiges Wahlkampfmanöver" bezeichnet - und nutzt das Thema nun selbst für einen Wahlkampfhieb: In seiner Funktion als MVV-Vorsitzender hat er bei den Landräten deren Meinung zum CSU-Vorschlag eingeholt und am Dienstag in einer umfangreichen Zusammenstellung veröffentlicht. Ergebnis: Alle Landräte innerhalb des MVV-Gebiets lehnen die Idee ab.
Das ist wenig überraschend, denn "grundsätzlich ist es Aufgabe von Bund und Freistaat, den Ausbau der S-Bahn zu finanzieren", postuliert Landrat Josef Niedermaier (Freie Wähler) aus Bad Tölz-Wolfratshausen stellvertretend für seine Kollegen. "Es ist nicht vorgesehen, dass sich Landkreise daran beteiligen."
Mitte Oktober hatte eine Runde bei Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) vorgeschlagen, Freistaat und Stadt könnten jeweils 300 Millionen Euro dem Bund vorstrecken, um die zweite Röhre zu finanzieren. Josef Schmid, CSU-Fraktionschef im Rathaus, hatte angeregt, auch die Landkreise sollten sich beteiligen.
Nun aber sehen viele Landräte neben der Frage der Zuständigkeiten auch rechtliche Probleme: Sollten die Kreise freiwillig Geld zuschießen, bekämen sie wohl Ärger mit der Rechtsaufsicht. "Im Hinblick auf die bei den meisten Kommunen bestehende schwierige Haushaltslage wäre eine rechtsaufsichtliche Beanstandung zu erwarten", erklärt der Dachauer Landrat Hansjörg Christmann (CSU).
Ohnehin fehle nicht nur dem Bund das Geld - auch die Kommunen seien klamm, ergänzt Gottlieb Fauth (CSU) aus Ebersberg: Allein in die weiterführenden Schulen müsse sein Landkreis in den nächsten acht Jahren 80 Millionen Euro investieren - das entspreche "einem ganzen Jahreshaushaltsvolumen".
Mit ihren Einwänden hätten die Landräte "zwar formal Recht", entgegnet Schmid. Dennoch verlangten "die Bürgerinnen und Bürger eine Lösung für die drängenden Probleme bei der S-Bahn". Ein "finanzpolitisches Hin- und Hergeschiebe" löse die Probleme nicht. Die Rathaus-FDP forderte, den zweiten Tunnel "endlich zu beerdigen".
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(SZ vom 16.11.2011/sonn)
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Die neueste Antwort
Warum muss jede S-Bahn durch den Tunnel.
Ein paar Linien von Norden und Westen könnten oberirdisch bis zum Hbf.
Ein paar von Osten könnten am Ostbahnhof enden und schön würde nicht alles zusammen krachen, wenn mal wieder ein Notarzteinsatz o. ä. die Stammstrecke blockiert.
Nicht jeder Fahrgast muss bis zum Marienplatz. Vielen reicht es, wenn sie z. B. am Hbf. oder Ostbahnhof in die U-Bahn umsteigen können. Von Straßenbahnen und Bussen mal ganz abgesehen.
na was denn nun?
Der Stadtrat/Bürgermeister wusste nicht was er wollte aber das hätte er beim Bundesverkehrsministerium fordern sollen obwohl er mit was anderem beschäftig war??? wow
Ich denke mal wir sind beide keine Fans von Ude, aber das ein Kommunalpolitiker großen Einfluss auf die Vergabe von Bundesmitteln hat ist utopisch. Hier ist die Hierarchie klar geregelt.
Ebenso sollte man die Tatsache akzeptieren S-Bahn =>Landesebene
Und das der ÖPNV in seiner Gesamtheit eher ein Trauerspiel ist sollte klar sein. Dieses ewige kleinklein ohne Visionen (und wenn dann so ein Quatsch wie die "Radlhauptstadt") steht tatsächlich nicht im Verhältnis der Bedeutung der Region.
Nur blöd, dass zu der Zeit Herr Ude damit beschäftigt war, den Transrapid zu verhindern.
Weiterhin ist es doch so gewesen, dass die Rot-Grüne Mehrheit im Stadtrat auch nicht so recht wusste, was sie wollte und von Herrn Ude zu diesem Thema auch nicht kam.
Dann war noch seine fixe Idee von den Christan-Ude-Gedächtnis-Spielen, die seine gesamte Aufmerksamkeit bedurften.
Ein weiteres Thema war der Stadionbau, da ist schon klar, das so unwichtige Projekte wie der Ausbau der S-Bahn unter den Tisch fallen.
Von Herrn Ude hätte ich mir hier die gleichen Anstrengungen gewünscht, wie er für den Moschebau u. ä. aufgewendet hat.
blöd nur das zu der Zeit, viele Infrastrukturprojekte zeitweilig gestoppt wurden weil sie mangelhaft geplant waren und kein Geld da war.
Da hätte natürlich der Bürgermeister einer kleinen roten Insel im Tiefschwarzen Meer viel ausrichten können . . .
Mal nebenbei 2Mrd. (nur um das mal als greifbare Zahl darzustellen:
2.000.000.000,00€) für eine S-Bahnlinie mit 3 Stationen???
Nochmals für Sie, da Sie scheinbar meine Aussage nicht verstehen wollen.
In der Zeit von 1998 bis 2009 gab es einen SPD-Bundes-verkehrsminister, der wie Sie richtig schreiben für den Ausbau des Schienennetzes verantwortlich war.
Das Versagen von Herrn Ude bezieht sich darauf, dass er es in dieser Zeit nicht geschafft hat, die entsprechende Finanzierung für die dringend notwendigen Maßnahmen zu beschaffen.
Sobald Herr Ude die Zusage für die Bundesmittel gehabt hätte, dann hätte er auch den Freistaat dazu gebracht, die entsprechenden Gelder bereit zustellen.
Herr Ude mischt sich gerne in Belange des Freistaates ein, solange es seiner Politik nutzt, also ist Ihre Aussage nicht zutreffend.
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