Der Münchner Stadtrat hat das Grobkonzept für die Olympischen Winterspiele 2018 abgesegnet. Dieses geht von Kosten von rund drei Milliarden Euro aus.
Der Münchner Stadtrat hat das Grobkonzept für die Olympischen Winterspiele 2018 abgesegnet. Mit großer Mehrheit befürwortete das Gremium am Mittwoch das erste Bewerbungsdokument für die Austragung der Winterspiele, das sogenannte "Mini Bid Book". Dieses geht von Kosten von rund drei Milliarden Euro aus.
Ein Arbeiter bringt ein Werbeplakat mit dem Logo, mit dem sich die Stadt Muenchen für die Olympischen Winterspiele 2018 bewirbt, an einer Plakatwand an. (© Foto: ddp)
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Bis kommenden März muss das Dokument beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) eingereicht werden. Die Entscheidung über den Austragungsort, für den sich neben München auch das französische Annecy und das südkoreanische Pyeongchang beworben haben, fällt im Sommer 2011.
"Wir wollen an die Erfahrung und Wirkung der Spiele von 1972 anknüpfen", sagte der Münchner SPD-Fraktionsvorsitzende Alexander Reissl. Für Irritationen sorgte im Münchner Stadtrat der sich in Garmisch- Partenkirchen regende Widerstand gegen die Bewerbung. Der CSU- Ortsverband des potenziellen Austragungsortes der alpinen Ski- Wettbewerbe hatte für Mittwoch ein Ratsbegehren mit dem Ziel eines Bürgerentscheids angekündigt.
"Was die CSU im Alpenland veranstaltet, hat wirklich Kabarettreife", kritisierte Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD). Über Jahre hinweg habe der dortige Gemeinderat für eine Bewerbung gestimmt. Nachdem diese nun offiziell eingereicht worden sei, sei Garmischs "180-Grad-Wendung nicht verantwortbar".
Der stellvertretende Münchner CSU-Fraktionschef Hans Podiuk nahm den Garmisch-Partenkirchener Ortsverband seiner Partei in Schutz: "Wir sollten mit Zuckerbrot reagieren, nicht mit der Peitsche." Die Alpenvorländler hätten das ungerechtfertigte Gefühl, über den Tisch gezogen zu werden. Das müsse man ernst nehmen.
Kritik kommt auch von Naturschützern und Umweltverbänden. Die Grünen im Münchner Stadtrat lobten jedoch das "ehrgeizige und zukunftsweisende Umweltkonzept" der Olympia-Bewerbung.
(SZ vom 12.11.2009)
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Olympiaden inzwischen mitsich bringen, können nie und nimmer umweltverträglich verantstaltet werden. Jedes zusätzliche Stadion, jeder zusätzlicher Skilift bzw. bahn, jede zusätzliche Zufahrtsstraße ist eines- einer- zuviel in einer Region die die letzten Jahre sowies schon zugebaut, zubetoniert und verspaßt wurde. In manchen Teilen sind die Alpen und die Landschaften mit ihren Dörfern überhaupt nicht wieder zu erkennen. Für mich hat das alles nichts mehr mit Fortschritt zu tun sondern nur noch mehr mit grenzenlosem Kommerz und unwiderbringlicher Zerstörrung. Schade daß sich die Grünen wiedermal den wirtschaftlichen Interessen beugen und zustimmen.
Der einzige Grund, warum München die Olympiade bekommen sollte, ist, dass auf diese Weise das sehr schöne Annecy vor dem ganzen Trubel geschützt werden kann.
Allerdings ist unklar, warum wir uns zum Landschaftsschützer von Savoyen aufschwingen müssen.
Nach dem ganzen WM-Spektakel sollte es nun für mindestens 30 Jahre wieder reichen mit sportlichen Großereignissen in München, die sowieso kein Mensch braucht.
Nicht nur der Fussball sondern längst auch Olympia ist zum blossen Kommerz regrediert.
Findige Köpchen haben ausgerechnet, dass einem Aufwand von 3 Mrd für Olympia
wohl annähernd gleiche Erträge für die Boom-Region München und Oberbayern gegen-
überstehen. Vom Image ist die Rede und von langfristigen Impulsen für die Wirtschaft.
Dort noch schnell einen Tunnel durch den Wank dort noch einen durch den Kramer,
da noch schnell eine 6 spurige Zufahrtsstrasse und hier noch schnell ein olympisches Dorf. Wie weit will man das alles noch treiben? Wann beginnt der Olympia Ausstieg
verantwortungsbewusster Politiker. 1936 war Garmisch Olympiaort. Dort sind die Athleten
zum Teil auf eigene Kosten mit der Bahn und ihren Paar Skiern hingefahren. Der Ort war
so gastfreundlich und die Spiele nach einhelligem internationalen Urteil so gelungen, dass sich das Olympische Komittee entschloss, die Spiele 1940 wieder nach Garmisch zu vergeben. Der Krieg der Nazis hat das dann verhindert. Mittlerweilen müssen Milliarden-
beträge ausgegeben werden, Umwelt und Natur unwiderbringlicher Schaden verabreicht,
damit einige Skifahrer und Langläufer, Rodler und Skispringer ihrem Sport nachgehen können. Das ist eine Perversion der olympischen Idee. Darüber sollte man international
diskutieren und darüber wie man internationale Sportfeste künftig organisiert.