Seit dem 11. September 2001 wechseln immer mehr Christen zum Islam. Auch der umgekehrte Weg ist möglich, gilt aber als lebensgefährlich.
Ein wenig nervös war Petra Klier schon an dem Tag, an dem sie ihrer neuen Religion das Ja-Wort gab. Doch den 25. Oktober 2003 wird sie nicht mehr vergessen: die gut gefüllte Moschee im Münchner Norden; die erwartungsvollen Gesichter; die religiöse Stimmung zum Ende des Fastenmonats Ramadan; der deutschsprachige Imam, der sich verspätete.
Derzeit leben in Deutschland rund 18.000 Muslime, die früher Christen waren (© Foto: afp)
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Doch schließlich sprach Petra Klier, die ehemalige Christin, den entscheidenden Satz: "Ich bezeuge, dass es keinen Gott gibt außer Allah, und dass Mohammed sein Gesandter ist." Dann: herzliche Umarmungen und Glückwünsche. Die Münchnerin war in ihrer neuen Familie angekommen: im Islam.
Zwar bedroht Konversion nicht ansatzweise die christlichen Kirchen in ihrer Existenz, doch Übertritte in den Islam nehmen deutlich zu. Und das sogar besonders stark seit den Terroranschlägen auf die USA.
Gewaltiger Anstieg
"Nach dem 11. September sind deutlich mehr Christen zum Islam übergetreten als zuvor", sagt Mohammed Salim Abdullah, Leiter des Zentralinstituts Islam-Archiv Deutschland mit Sitz in Soest. Für ihn keine Überraschung: "Immer, wenn sehr negativ über den Islam berichtet wurde und der Islam unter Generalverdacht stand, nahmen die Zutritte zu."
Nach Institutsangaben pendelte die Zahl der Übertritte vor dem 11. September im Jahr zwischen 250 und 300. Danach stieg sie auf über 800, im Jahr 2005 wurde mit 1152 eine erste Höchstmarke erreicht.
Die Daten für 2006 sollen demnächst veröffentlicht werden, doch ein Mitarbeiter des Instituts deutet einen gewaltigen Anstieg an: 2005 habe es insgesamt etwa 13000 deutschstämmige Muslime gegeben - 2006 müsse man mit etwa 18 000 rechnen.
Von ihrer alten religiösen Heimat hatte sich Petra Klier schon früh entfremdet. Zölibat und uneheliche Kinder von Pfarrern - die Münchnerin warf der katholischen Kirche Doppelmoral vor, empfand ihre Lehre als zu abstrakt.
"Die Trinitätslehre wollte mir einfach nicht ins Hirn", erzählt sie. Nach dem Abitur war es ihr dann zuviel. Sie trat aus der Kirche aus. Doch ihr Weg zum Islam sollte noch Jahre dauern. Zum Schlüsselerlebnis wurde die Freundschaft zu einer deutsch-syrischen Familie.
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Studie von UN-Kinderhilfswerk
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