Eine mögliche Fusion der beiden Münchner Universitäten erleichtere es, im internationalen Wettbewerb eine Spitzenposition einzunhemen. Wie sich eine Kommission im Auftrag des Wissenschaftsministeriums den Umbau der Münchner Unis vorstellt.
Wie geht es weiter mit Universität (LMU) und Technischer Universität (TU) München? Darüber berät derzeit eine vom Wissenschaftsministerium eingesetzte Expertenkommission unter Leitung des Konstanzer Philosophen Jürgen Mittelstraß.
Das Gebäude der TU München am Standort Garching wird vielleicht bald zur "University of Munich" gehören. (© Foto: dpa)
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In einer ersten Stellungnahme spricht sie sich für ein "Intergrationskonzept" aus, das nach Mittelstraß' Worten langfristig auf eine Fusion der beiden Hochschulen hinauslaufen könnte. Die SZ dokumentiert das Papier in Auszügen.
"Die derzeitige Situation wird, auch von den beiden Universitäten, in vieler Hinsicht als nicht optimal und daher reformbedürftig angesehen. Als Beispiel gilt vor allem die Universitätsmedizin mit ihren Großstandorten Innenstadt, Großhadern und Rechts der Isar, aber auch unabgestimmte Doppelstrukturen, zum Beispiel in den Disziplinen Mathematik, Informatik, Physik, Chemie, Biologie und Betriebswirtschaft.
Hier besteht (...) ein erheblicher Optimierungsbedarf. Dies geht mittelbar (...) aus dem Umstand hervor, dass seit längerem zwischen den Leitungen beider Universitäten Gespräche über eine intensivere Kooperation und eine gemeinsame Strukturreform geführt werden. Diese Überlegungen schließen ausdrücklich auch die Möglichkeit eines strukturellen Zusammengehens nicht aus. (...)
Ein Austauschkonzept sähe die Verlagerung ganzer fachlicher oder disziplinärer Einheiten von einer Universität in die andere vor. (...) Ein derartiges Austauschkonzept führte zu zwei zwar großen, aber nicht vollständigen Universitäten. (...) Die Kommission empfiehlt dieses Modell nachdrücklich nicht. (...)
Moderne Forschung stützt sich zunehmend nicht mehr auf feste Fächer- und Disziplinenordnung, sondern auf eine flexible Verbindung fachlicher und disziplinärer Kompetenzen in immer wieder neuen Forschungskontexten. (...)
Ein Integrationsmodell sähe in diesem Sinne eine strukturelle Kooperation beider Universitäten in Forschung und Lehre vor, in der auch neue institutionelle Lösungen erprobt werden. Integration bedeutete hier nicht einfach eine Fach-zu-Fach-Zusammenführung (im großen ,Fusion'). (...) Natürlich käme es auch zu einer Vermeidung von Doppelangeboten, was aber nicht primäres Ziel sein sollte. (...)
Die Kommission spricht sich im Grundsatz für ein derartiges Integrationskonzept aus, in dessen Rahmen Forschungs- und Lehrprogramme zusammengeführt würden und an die Stelle der bisherigen traditionellen Fächer- und Fakultätsstrukturen eine neue, an den Erfordernissen der modernen Forschung und Lehre orientierte Struktur träte.(...)
Der Vorteil (...) liegt darin, das es Ausdruck eines wissenschaftsgetriebenen Prozesses ist, der die Stärken beider Universitäten sowohl im Forschungs- als auch im Lehrbereich zusammenführt, darin sich ergebende Einsparungspotentiale in neue strategische Vorhaben umsetzt, dem Wissenschaftsstandort München zusätzlich ein neues starkes Profil verleiht und zugleich die besten Voraussetzungen dafür bietet, dass er in einem künftigen Wettbewerb europäischer Universitäten eine starke Position wahrzunehmen vermag. (...)
Die Kommission wird (...) in ihren späteren Stellungnahmen (...) versuchen, näher auf eine (Neu-)Ordnung des Verhältnisses zu den außeruniversitären Forschungseinrichtungen und zu den Fachhochschulen einzugehen." ´
(SZ vom 14.9.2004)
Studie von UN-Kinderhilfswerk
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