In München, der "Hauptstadt der Bewegung", entsteht nun in der Nähe des Königsplatzes ein NS-Dokumenationszentrum. Dieses Projekt war überfällig.
Der Weg, der zum Ziel führt, könnte kaum steiniger sein. Die Realisierung des längst überfälligen NS-Dokumentationszentrums auf dem Areal der ehemaligen Zentrale der Nazi-Partei in der Nähe des Königsplatzes ist nach wie vor eine Tortur.
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Zwar hat man in München die langwierigen Streitereien um den Standort und dann vor allem um die finanzielle Beteiligung von Freistaat und Stadt beilegen können und sich parteiübergreifend auf ein wichtiges gemeinsames Projekt geeinigt. Dann aber kamen die Probleme mit dem Bund. Der wollte keinen finanziellen Beitrag leisten, unter anderem, weil die Förderrichtlinien nur auf "Opfer-Orte" und nicht auf Gedenkstätten, die sich auch mit den Tätern auseinandersetzen, gemünzt sind.
Nur mit vereinten politischen Kräften aus München gelang es, den Kulturstaatsminister von der Bedeutung des NS-Dokumentationszentrums zu überzeugen. In Berlin liegen zahlreiche Förderanträge für Projekte in anderen Bundesländern vor. Neumann hat sich entschieden, einen Schwerpunkt in München zu setzen - eben dort, wo die Nazibewegung erstmals versuchte, an die Macht zu gelangen.
Ohne das Projekt würde ein zentraler Baustein in der Reihe der Dokumentationsorte fehlen. Dabei geht es um die politisch-historische Bildung, welche die Entstehung und Mechanismen der NS-Diktatur sowie die von München ausgehenden schrecklichen Konsequenzen für die Entwicklung in Europa erklärt.
Berlin fordert noch Verhandlungen über die Fördersumme. Verwässern darf man das Konzept aber nicht. Im Zentrum braucht man Platz, um sich mit aktuellen Beispielen rechter Umtriebe auseinandersetzen zu können. Auch die Frage, warum es in München so unglaublich lange gedauert hat, bis die Diskussion über ein Dokumentationszentrum in Gang kam, sollte behandelt werden.
(SZ vom 18.09.07)
FKK-Slackliner Alexander Schulz
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