Bereits vor der Räumung waren immer wieder Jugendliche in den Abbruch-Häusern anzutreffen. Unklar erscheint, warum die Situation dann so eskalierte.
Der Stadt war offenbar bereits seit längerem bekannt, dass sich eines ihrer Abbruch-Häuser in der Westendstraße 192 bis 198 zum Treffpunkt von diversen Problemjugendlichen entwickelt hatten. Bei der Räumung eines der vier Häuser am Donnerstag letzter Woche hatten drei Punker durch Steinwürfe drei Polizeibeamte verletzt. Gegen die Hausbesetzer, zwei 17-jährige und einen 19-Jährigen, wird nun wegen versuchter Tötung ermittelt. Die Stadt hatte Strafantrag gestellt, anschließend drang die Polizei in das Gebäude ein, gleich 60 Beamte waren im Einsatz.
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Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung haben Mitarbeiter des Sozialreferats bereits zwei Wochen vor der Räumung festgestellt, dass sich in einer Wohnung zwei Mädchen unberechtigt aufhielten, und deswegen die Polizei verständigt. Nur einen Tag später schaltete das Sozialreferat wegen einer Sachbeschädigung erneut die Polizei ein.
Drei Tage vor der Räumung trafen dann Mitarbeiter des Wohnungsamtes bei einer Hausbesichtigung offenbar zwei Jugendliche an, gegen die Strafantrag wegen Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung gestellt wurde. Das Haus kam im Anschluss auf die "Liste der besetzungsgefährdeten Objekte", um so eine verstärkte Überwachung durch die Polizei zu erreichen.
Am Vormittag des Räumungstages teilte die Polizei mit, dass sie wegen der um das Haus Westendstraße 196 in den Tagen zuvor errichteten Barrikaden und der Sicherheitsgefahr das Gebäude noch am gleichen Tag gegen 18 Uhr räumen wolle. In diesem sonst leer stehenden Haus hatte die Stadt dem Drogenhilfeträger Condrobs eine Wohnung für Jugendliche überlassen, die allerdings nach Angaben von Frederik Kronthaler, Condrobs-Abteilungsleiter Jugend, nicht belegt war. Ein Appartement im Nachbarhaus hat Condrobs für die "intensivsozialpädagogische" Einzelbetreuung einer Jugendlichen angemietet, die der Punkszene zugerechnet wird. Auch Condrobs war offenbar kurz zuvor von der bevorstehenden Räumung unterrichtet worden.
Angesichts dieser Sachlage hält der Fraktionschef der Rathaus-Grünen, Siegfried Benker, die Eskalation für "völlig unverständlich". Zwar handle es sich um "äußerst schwierige Jugendliche, deren Verhalten nicht zu entschuldigen ist". Aber dennoch müssten sich das Sozialreferat und Condrobs fragen lassen, was unternommen worden sei, nachdem bekannt war, "dass sich dort eine Szene von wohnungslosen Jugendlichen aufhält".
(SZ vom 4.7.07)
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