Kommentar Hochhäuser ja - aber welche?
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Braucht München neue Hochhäuser? Über diese Frage wird seit Jahren wieder und wieder diskutiert - dabei stellt sie sich im Grunde überhaupt nicht.
Natürlich braucht die Stadt Hochhäuser. Die Frage ist eher: Welche sollen es sein? Und wie kann die Stadt eine erträgliche architektonische Qualität sicherstellen?
Zu fordern, es dürften keine neuen Bürotürme entstehen, ist ungefähr so realistisch wie die Hoffnung auf weniger Straßenverkehr und geräuschlose Autobahnen. Wir leben im Jahr 2004, Hochhäuser sind Teil unserer Alltagskultur.
Solange es Investoren gibt, die sie bauen wollen, werden sie das tun. Georg Kronawitters Vorschlag, ein Bürgerbegehren gegen diese Art der Architektur in Stellung zu bringen, wirkt deshalb wie der hilflose Versuch, das Rad der Zeit zurückzudrehen.
Dabei ist der Willen des Alt-Oberbürgermeisters, eine öffentliche Diskussion über das Thema Hochhäuser zu erzwingen, grundsätzlich sehr verdienstvoll. Es ist ja wahr: Viele der neuen Türme wirken gesichtslos und austauschbar. Keines kann es mit den Hochhäusern von BMW und der Hypobank aufnehmen, die längst zu Wahrzeichen der Stadt geworden sind.
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Dabei wäre man ja schon für ein bisschen architektonische Phantasie - wie sie sich zum Beispiel im neuen Mercedes-Gebäude mit dem riesigen Schaufenster an der Donnersbergerbrücke zeigt - glücklich und dankbar.
Aber leider schert viele Investoren die Qualität wenig; Hauptsache, es ist billig und sieht protzig aus. Dagegen müsste die Stadt ein Mittel finden: zu verhindern, dass Hochhäuser nur nach Renditegesichtspunkten gebaut werden.
Ein Bürgerbegehren, das Architektur verhindert, ist dafür ein untaugliches Mittel. Und noch etwas spricht dagegen: Für viele Themen der Kommunalpolitik mögen Bürgerbegehren richtige, demokratische Instrumente sein. Für schwierige Fragen der Ästhetik gilt dies nicht.
Denn natürlich besteht hier die Gefahr, dem Massengeschmack zu seinem Recht zu verhelfen. Und der bedeutet in diesem Fall: möglichst nette, möglichst putzige, möglichst gefällige Architektur. Doch davon hat München leider schon mehr als genug.