Von Michael Tibudd

KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle lässt Münchens Wirte bei jeder Gelegenheit wissen, dass die Wahrscheinlichkeit, auf das Rauchverbot hin kontrolliert zu werden, äußerst gering sei.

Knapp drei Monate ist das Rauchverbot in Gaststätten nun alt, und in dieser kurzen Zeit hat es schon einiges mitmachen müssen. Den einen gilt es als lange herbeigesehnte Erlösung von stickiger Luft beim Wirtshausbesuch. Die anderen empfinden es als Gefahr für das, was sie bayerische Wirtshauskultur nennen.

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Die CSU schließlich, die das Verbot in seiner theoretischen Schärfe durchgeboxt hatte, machte es für ein nicht standesgemäßes Abschneiden bei den Kommunalwahlen verantwortlich - und ruderte prompt im Wiesnzelt zurück. Und die Stadt München? Lässt das Verbot einfach Verbot sein und fördert so eine laxe Disziplin bei dessen Einhaltung.

Diesen Eindruck muss man jedenfalls haben, betrachtet man das Verhalten des Kreisverwaltungsreferats (KVR). Zur Erinnerung: Dieses KVR ist die Behörde, die in München für die Umsetzung des Rauchverbots zuständig ist. Das heißt: kontrollieren - und wo es sein muss, die Bußgelder verhängen, die das Gesundheitsschutzgesetz vorsieht.

Doch statt "heißt" heißt es besser "hieße": Denn KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle lässt Münchens Wirte bei jeder Gelegenheit wissen, dass die Wahrscheinlichkeit, auf das Rauchverbot hin kontrolliert zu werden, äußerst gering sei. Jedenfalls betont er immer wieder öffentlich, sein Haus habe gar nicht genug Personal, um im großen Stil zu kontrollieren. Mancher Wirt dürfte das mittlerweile in seine Kalkulation aufgenommen haben: Raucher dulden, Umsatz steigern, Risiko gleich null.

Wäre er an einem effektiven Nichtraucherschutz interessiert, Blume-Beyerle müsste mit dieser Schwäche zumindest nicht ständig hausieren gehen. Wo sonst reden sich wichtige Akteure andauernd klein? Der Mann, der in München für den Vollzug eines Gesetzes verantwortlich ist, schwächt seine unterbesetzte Truppe damit nur noch mehr.

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(SZ vom 26.03.2008)