Von Arno Makowsky

Wenn die Bundesregierung eine Referenzstrecke für die Magnetbahn-Technologie haben will, muss sie die Zuschüsse von 675 Millionen Euro jetzt deutlich erhöhen.

Der Zeitpunkt hätte nicht passender sein können: In die Weihestunde bayerischer Wirtschaftskraft und Leistungsfähigkeit, mitten in die Eröffnung des neuen Münchner Flughafen-Terminals, platzte die Nachricht vom Ende des Metrorapid-Projekts in Nordrhein-Westfalen.

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Was sich die meisten Ehrengäste der spektakulären Eröffnungsshow erhoffen - jetzt scheint es Wirklichkeit zu werden: Der Transrapid kommt nach München, als rasender Zubringer zwischen Hauptbahnhof und Airport im Erdinger Moos.

Man muss nicht in die ungebremste Schwärmerei über die angeblich segensreiche Transrapid- Technologie einstimmen, um aus bayerischer und Münchner Sicht zu sagen: Das Projekt wird dem Land nützen und die Stadt nach vorne bringen.

Dabei gibt es nach wie vor gewichtige und bedenkenswerte Gründe, um dem Transrapid kritisch gegenüber zu stehen: Vor allem die aberwitzigen Kosten von geschätzten 1,6 Milliarden Euro, von denen kein Mensch sicher weiß, wie man sie aufbringen soll, sprechen dagegen.

Auch verkehrspolitisch ist die Magnetbahn auf einer nur 37 Kilometer kurzen Strecke zweifelhaft - eine wesentlich billigere Express-S-Bahn würde den Zweck vermutlich ebenso erfüllen. Nur: Jetzt, da die Transrapid-Konkurrenz zwischen NRW und Bayern zugunsten des Münchner Projekts entschieden ist, geht es nicht mehr nur um Verkehrspolitik.

Es geht um Wirtschaftspolitik, um ein Symbol (und einen funktionierenden Beweis) für die Leistungsfähigkeit deutscher Technologie. Davon profitiert auch die Stadt: Münchens Image als High-Tech-Metropole wird dadurch befördert, der Flughafen ist in zehn Minuten zu erreichen, der Transrapid wird eine spannende Touristenattraktion. Das alles kann nicht falsch sein.

Es muss aber auch bezahlbar sein. Der bayerische SPD-Chef Maget hat Recht, wenn er beklagt, dass die Finanzierung des Transrapid teilweise noch auf "Luftbuchungen" beruhe. Wenn die Bundesregierung eine Referenzstrecke für die Magnetbahn-Technologie haben will, muss sie die Zuschüsse von 675 Millionen Euro jetzt deutlich erhöhen - schließlich gibt es nur noch das Münchner Projekt.

Der Transrapid, so aufregend er sein mag, darf nicht mit Geld bezahlt werden, das beispielsweise für den Nahverkehr vorgesehen ist. Die Wirtschaft, klar, ist hingerissen von der Magnetbahn. Die Münchner wollen aber auch, dass ihre S-Bahn pünktlich kommt.

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