Betreiber von Internet-Foren müssen Beleidigungen sofort entfernen. Jetzt steht die CSU Harlaching vor einem Problem.
Neuerdings trägt der Mann ein schlichtes Holzfällerhemd auf seiner Internetseite. Den Kreuzritterkittel, mit dem er noch vor Tagen dort zu sehen war, hat er ausgezogen. Doch noch immer zieht er mit "deus vult", dem Schlachtruf der mittelalterlichen Kreuzzügler, eifernd wider den Islam.
Anzeige
Natürlich: Menschen, die sich in ein Feindbild verbohren, wird es immer geben, auch in demokratischen Parteien wie der CSU, der dieser Möchtegern-Kreuzeskrieger angehört. Und niemand, der ein Internet-Forum betreibt, wird verhindern können, dass sich dort extreme Ansichten zu beleidigendem Wort melden - nur darf er solche Beleidigungen dort nicht stehen lassen.
Doch wenn sich die Auftritte solcher Eiferer im engen Umkreis einer Partei summieren, wird daraus ein Problem. Und die CSU hat nun eines: Offensichtlich hat sich in deren Ortsverband Harlaching eine Clique gebildet, die versucht, eine Weltreligion zum Feindbild zu stilisieren.
Dabei geht sie sehr deutlich über jene harte, durchaus auch drastische Kritik hinaus, die sich muslimische Institutionen wie jede andere Religion natürlich gefallen lassen müssen. Das Stören von Veranstaltungen, das Beschimpfen von Gläubigen ist schlichtweg üble Hetze, die keine Partei aus ihren Reihen heraus dulden darf.
Die Vorfälle zeigen aber auch die Grenzen der CSU-Politik gegenüber den Münchner Muslimen auf.
Im Stadtrat brav und bieder die moderne Großstadtpartei geben und der Planung der Sendlinger Moschee zustimmen, gleichzeitig aber den Gegnern des Baus augenzwinkernd zu verstehen geben, dass diese Zustimmung vielleicht nicht endgültig gemeint sei - diese Wankelmütigkeit entlarvt sich, wenn Teile der Parteibasis ungestraft Brände legen.
(SZ vom 2.8.2007)
Kapitalabzug aus Südeuropa
Die neueste Antwort
Hier wurde niemand beleidigt bzw. Tatsachen werden unter den Tisch gekehrt. Soll sich doch Almanio zurücknehmen, Ausländer sollten den Deutschen dankbar sein, daß sie hier leben dürfen. Arme deutsche Frauen, naja viele wirds ja bald nicht mehr geben und wir werden dank Ausländerproblematik gut durchgemischt, was ja gesteuert und gefördert wird.
Wenn ich die aufgeregten Kommentare lese, hat es bei CSU und Freunden wohl Großalarm gegeben mit dem Ziel, den Eindruck von Unglaubwürdigkeit zu erzeugen.
Mit Schwachsinn und Blah Blah geht das aber nicht ...
LIebe SZ, lass diesen Quatsch, es nützt nichts. DasThema Islam ist nicht mit political corretness zu domestizieren. Die Menschen wissen, dass die offene Gesellschaft bedroht ist. Völlig unglaubwürdig an der SZ-Kampagne ist überdies, dass es seit Jahren Hass- Kommentare auf islamischen Internetforen gibt, über die sich die SZ bekanntermaßen noch nie aufgeregt hat.
Ist in München gerade Wahlkampf?
So, so.
Ist das ein Forum, bei dem man sich nur mit Lichtbildausweis und Glaubensbescheinigung anmelden kann?
Besser ist das.
Auf jeden Fall sicherlich nicht so ein lächerliches Kommentar-Forum wie hier bei der SZ, wo die braune Brut sich -zig Nicks anlegen und pöbeln kann.
Herr Bielicki hat schlecht recherchiert. Im gemeinten Forum werden Nicht-Muslime von Muslimen bedroht und Frauen obszön beschimpft, der Betreiber des Forums wird von Muslimen bedroht. Das alles ist im verlinkten Forum nachzulesen.
über diese Vorfälle verliert der Journalist aber kein Wort. Warum nicht? Was ist seine Intention?
Die Tonalität im verlinkten Forum ist unfein. Stammtischniveau. Keine Frage. Aber berechtigt das zur einseitigen und verfälschten Darstellung von Personen, darf man sie deswegen nach Belieben diskreditieren und niedermachen? Ich kann dieses Vorgehen nicht gut finden. Journalismus, der auf einem Auge blind ist, sollte nicht zur Normalität werden.
Paging