Von Beate Wild

Will man derzeit aus dem Haus gehen, muss man sich fast einpacken wie ein Eskimo. Das birgt das Risiko, abends in den Kneipen so manches Kleidungsstück zu verlieren.

Schön langsam reicht es mit dem Winter in München. Zumindest sagen das in letzter Zeit immer mehr Bewohner dieser Stadt. Okay, Wintersportfans unter uns mag der anhaltende Schneefall zu Freudensprüngen hinreißen, aber der Rest der Münchner, diejenigen, die vor allem die eisigen oder matschigen Straßen im Blick haben, sind genervt.

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Im Winter macht Ausgehen weniger Spaß: Man muss sich viel zu dick einpacken. (© Foto: istock)

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Auch das Ausgehen macht im Winter nicht so viel Spaß. Man muss sich einpacken wie ein Eskimo: Warme Hose, dicke Socken, drei Oberteile, gefütterte Jacke, Schal, Mütze, Handschuhe, Stiefel - sonst übersteht man die Anreise nicht. Im Lokal dann: viel zu heiß. Also zieht man sich schichtweise wieder aus und deponiert das ganze Zeug irgendwo in der Kneipe.

Mit etwas Glück findet man seine Sachen später wieder, doch gerade in jüngster Zeit scheinen die materiellen Verluste der Münchner beim nächtlichen Um-die-Häuser-ziehen ins Unermessliche zu steigen. Zumindest wenn man den "War Reports" unserer Freunde Glauben schenkt - und eigentlich haben wir keinen Grund dies nicht zu tun.

Ob unsere Freunde einfach zu schusselig oder gar zu betrunken waren, um ihre Jacken, Handtaschen, Geldbörsen, Schlüssel und Handys aus eigener Schuld zu verlieren, oder ob böse Gauner im Münchner Nachtleben ihr Unwesen treiben und unsere Freunde schnöde beklaut haben, vermögen wir nicht zu sagen. Vor allem iPhones scheinen auf geradezu mysteriöse Weise massenhaft zu verschwinden, was den jeweiligen Besitzer meist in die totale Verzweiflung stürzt.

Ob eigene Schuld oder Diebstahl, das Ergebnis bleibt immer das Gleiche: Der ganze Spaß des Abends ist dahin, wenn man nicht mit allen Gegenständen wieder nach Hause kommt, mit denen man losgezogen ist.

Doch neulich haben wir auch mal etwas Positives erlebt: Wir stolperten aus einem Club in der Innenstadt. Es war schon Sperrstunde, wir waren die letzten Gäste. Der Türsteher hatte uns bereits aufgefordert, das Lokal zu verlassen. Grimmig blickte er uns hinterher.

Auf dem Weg zum Taxi bemerkte plötzlich ein Mädchen aus unserer Gruppe, dass sie einen falschen Mantel anhatte. In den Taschen des Kleidungsstücks, das sie am Leib trug, war ein fremder Schlüsselbund, sonst nichts. Ansonsten war es genau das gleiche Model. Offensichtlich eine Verwechslung. Ihr Schlüssel wie auch das iPhone und der Geldbeutel befanden sich in genau diesem Moment höchstwahrscheinlich irgendwo ganz anders in der Stadt.

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