Ebenso das Nage & Sauge im Lehel. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Das Lokal ist top. Und mittlerweile, nach mehr als einem Jahrzehnt, haben sich die Münchner auch an diesen seltsamen Namen gewöhnt. Doch diese Namenswahl, die vom damaligen Wirt Markus Frankl stammt, ist - sorry, das muss jetzt mal gesagt werden - grauenhaft. Nage & Sauge, das klingt in unseren Ohren irgendwie pervers. Auch beim Zoozie's läuft uns ein unangenehmer Schauer über den Rücken. Ist das eine Mischung aus Zombie und "zuzeln", oder was soll das bedeuten?

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Seit Jahren sind auch die Wortspiele bei der Namensgebung von Gaststätten in Mode: Milchbar, Kostbar, Reizbar, Barer47, Barcelona, Minibar, Unschlagbar. Das geht doch einfallsreicher, oder? Erinnert ein bisschen an die pseudo-kreativen Einfälle der Friseursalon-Besitzer, die ihre Läden HairGott, Haarmonie, Haar-aber-herzlich oder Hairport nennen. Was soll man da noch anderes sagen als: Haarsträubend!

Eine anscheinend angeborene Abneigung haben wir im Übrigen gegen die Namen von Lokalen, die mit -os enden: Americanos, Papasitos, Sausalitos. Das erinnert extrem an die Achtziger, als man mexikanisches Fast Food und Cocktails in XXL-Größe noch für unsagbar cool hielt. Damit lockt man heute keinen Hund mehr vor die Hütte.

So schlecht, dass sie schon fast wieder lustig sind, sind die Namen vieler Schwulenkneipen im Glockenbachviertel: Edelheiss, POP AS (das übrigens vergangene Woche sein 30-jähriges Bestehen gefeiert hat; Glückwunsch noch von unserer Seite!), Kraftakt, Ochsengarten oder Teddy Bar - Namen, die in München seit den Siebzigern Tradition haben. Aber wer heute seiner Bar noch einen derart kraftlosen Namen gibt, dem kann man nicht mehr helfen.

Und seine Bar Namenlos zu nennen, wie die gleichnamige Absturzkneipe in Schwabing, mag vielleicht ein Protest gegen die furchtbaren Namen der Konkurrenz sein, lustig ist es allerdings auch eher weniger.

Da loben wir uns doch etwa die gute, alte Registratur, die am nächsten Wochenende leider für immer schließen muss. Das war ein ehrlicher Name! Er kam von der Nutzung des Gebäudes als Registratur der Stadtwerke, bevor der Club dort einzog. Schön auch die im Sprachgebrauch der Nachtschwärmer gebrauchte, fast schon liebevolle Abkürzung "Regi".

Aber auch Fantasienamen wie X-Cess, Holy Home oder Favorit Bar finden unsere Zustimmung. Nomen est omen, das gilt auch für Bars. Wie ein Lokal heißt, so ist es auch. Im X-Cess geht es eben exzessiv zu, das Holy Home ist wie das eigene Wohnzimmer, und im Schluckauf, tja, da geht es halt um maßlosen Alkoholkonsum - so lange, bis man hicksend nach Hause geht. Also, liebe Wirte: Augen auf bei der Namenswahl!

Die Kolumne "After Eight" erscheint jeden Donnerstag auf "München Extra", dem Stadtportal von sueddeutsche.de.

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  1. Schluckauf oder Shakira?
  2. Sie lesen jetzt Augen auf bei der Namenswahl
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