Ein Sommer voller Partys: Bereits vor 200 Jahren wurde auf der Praterinsel wild gefeiert. Diese alten Zeiten könnten jetzt wieder anbrechen.
Die Münchner jammern ja gerne, dass sich im hiesigen Nachtleben viel zu wenig rührt. Viel zu wenig gute Clubs gebe es. Man sei quasi gezwungen, immer in die gleichen Locations zu gehen. Dort treffe man wiederum immer die gleichen Pappenheimer, die zur immer gleichen Musik tanzten. Langeweile, Stillstand, Provinzialität - das seien Synonyme für München.
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Der Nektar Beack auf der Praterinsel: Früher ein Tummelplatz für Schickimickis. Jetzt soll er eine Location für alle Münchner werden. (© Foto: Stephan Rumpf)
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Doch hin und wieder gibt es auch Lichtblicke. Ein solcher tut sich jetzt am kommenden Wochenende auf: Die Praterinsel, Münchens verkanntes Inseljuwel in der Isar, kommt neu in Schwung. Am Samstag (8.5.) gibt es dort nach langer Zeit mal wieder eine Party der Extra-Klasse. Und das ist erst der Anfang.
Seit die Agentur Planworx im Februar die Vermarktung der Isarinsel übernommen hat, weht ein frischer Wind. Vor zwei Wochen gab es schon den ersten Testlauf mit einer riesigen Uni-Party. Der Zuspruch der Studenten war enorm, so dass man zeitweilig das Areal wegen Überfüllung sperren musste.
Nun stehen am Samstag zwei Elektro-Superstars an den Plattentellern: Fritz Kalkbrenner und Guy Gerber. Unterstützt werden die beiden von Headman, einem Künstler der "New-Disco-Bewegung" sowie von den Berlinern Chopstick & Johnjon.
"Isle of Sound" heißt diese Partyreihe, die in diesem Sommer gleich vier Mal auf der Praterinsel stattfinden wird. Bei schönem Wetter geht es am Samstag bereits um 14 Uhr im Innenhof los, mit einem Open-Air-Dancefloor. Nachts wird dann in der sogenannten Füllhalle auf zwei Dancefloors gerockt.
Doch damit nicht genug. Nicht nur Freunde elektronischer Tanzmusik sollen auf ihre Kosten kommen. Am Samstag nimmt die Praterinsel - neben der "Isle-of-Sound"-Sause - auch zum ersten Mal an der Langen Nacht der Musik teil. Im Wurzelkeller treten ab 20 Uhr verschiedene Live-Bands auf. Dabei sind unter anderem Sharyhan, eine Stefan-Raab-Entdeckung, und die Münchner Bands Die Drogen, So far nothing new und Mixtape.
Events gab es zwar in den vergangen Jahren auf der Praterinsel immer wieder, doch zählten dazu etwa ominöse Luxusmessen, auf denen sich vorwiegend reiche Russen und Münchner Schickimickis tummelten, oder niveaulose After-Work-Partys im Stil der Neunziger. Obwohl die Insel geographisch bestens im Zentrum der Stadt platziert ist, wurde die Location viel zu wenig und viel zu schlecht genutzt. Jetzt soll alles anders werden.
Eine Balance zwischen Party, Kunst und Kultur wolle man finden, sagt Pressesprecherin Jessica Böhm. Eine Woche später, am 15. Mai, wird eine Strandbar ihren Betrieb aufnehmen. Der Nektar Beach, wie in den Jahren zuvor. Hiermit assoziiert man sofort Schickis, Schnösel und Champagner - und rümpft die Nase. Doch dieses Jahr wird ein neues Konzept vesprochen.
Man wolle weg von diesem Image, dass dort nur Sportwagen fahrende Manager, Zahnarztsöhne und blondierte Erbinnen verkehren. Der Nektar Beach soll eine Bar für "normale" Gäste werden. Ein Lokal für Alt und Jung, ein Platz für alle Münchner.
Ob das funktioniert, wird sich zeigen. In jedem Fall wird man wieder feinen Sand aufschütten, und das ist per se schon mal nicht schlecht. An den Wochenenden soll es sogar Kinderbetreuung geben, damit sich gestresste Eltern auch einmal ohne ihren Nachwuchs einen Drink genehmigen können.
Lesen Sie auf Seite 2, welche Feste in nächster Zeit noch anstehen auf der Praterinsel.
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"Die Münchner jammern ja gerne, dass sich im hiesigen Nachtleben viel zu wenig rührt. Viel zu wenig gute Clubs gebe es. Man sei quasi gezwungen, immer in die gleichen Locations zu gehen. Dort treffe man wiederum immer die gleichen Pappenheimer, die zur immer gleichen Musik tanzten. Langeweile, Stillstand, Provinzialität - das seien Synonyme für München"
Wer sagt denn sowas?! Der echte Münchner kennt sich aus und jammert ganz bestimmt nicht über das Nachtleben hier in Minga.
"Die Münchner jammern ja gerne, dass sich im hiesigen Nachtleben viel zu wenig rührt."
Eigentlich beklagt sich doch immer nur Frau Wild und ihre urbane Partycrew!
Abgesehen davon ist es eine Freude, dass auf der Praterinsel wieder mehr los ist. Der Keller eignet sich bombenmäßig zum Feiern, Akustik und Ambiente sind super.
Bei dem Strand bin ich wie jedes Jahr etwas kritisch.
Ich fürchte dass doch wieder Unmengen an Edelstudentinnen & Anwaltsfrauen mit monströsen Sonnenbrillen die Liegestühle besetzen und den überteuren Cocktail der Saison schlürfen.
Kann man nicht mal einen "Bierstrand" (Biergarten+Strand) aufmachen? Nur mit lockeren, netten Leuten und nur Bier?
Die gab es doch schon jahrelang.
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Man wird feinen Sand aufschütten? Riesige Uni-Partys? Elektro-Superstars? Ist es spitzfindig, an dieser Stelle die letzte After-Eight-Kolumne zu zitieren?
"Während andere Städte sich ihrem Fluß zuwenden, wendet München sich ab. In Hamburg oder Berlin klappt das doch fantastisch mit den Strandbars. Am Isarufer herrscht dagegen gastronomische Ödnis. Dabei gäbe es ein paar wirklich gute Plätze dafür. Etwa der Abschnitt zwischen Corneliusbrücke und Müller'schem Volksbad oder die Gegend rund um das Deutsche Museum: Das verwahrloste Ufer könnte man aufwerten mit einer schönen Strandterrasse. Aber nein, München weigert sich beharrlich, etwas urbaner zu werden."
Nicht "die Münchner" sind es, die gerne über Langeweile, Stillstand und Provinzialität jammern. Sondern "die" Kolumne...
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