Auch was die Farbwahl ihrer Karosse angeht, langen manche Münchner gehörig daneben. Sollten Sie mit dem Gedanken spielen, sich demnächst ein Cabrio zu kaufen, sei Ihnen gesagt: Metallicblau, hellviolett oder sogar goldfarben gehen gar nicht, auch wenn man diese Farben in schöner Regelmäßigkeit immer wieder sieht. Ob das der unbedingte Wille zum Auffallen oder die Abhärtung gegenüber jeglichen guten Geschmacks ist, sei dahingestellt.

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Auch vor dem "Schuhmann's" kann man wunderbare Spektakel betrachten. Ein Yuppie kommt im BMW herangeprescht, sein Golfzeug ragt aus dem Fond, auf dem Beifahrersitz eine aufgebrezelte Blondine. Als er vor dem Lokal eine ziemlich scharfe Bremsung hinlegt und die Beifahrerin recht harsch herumgeschleudert wird, entbrennt vor den Augen der amüsierten Gäste ein Streit zwischen den beiden. Das Schöne an Cabrios ist auch, dass Außenstehende alles mitkriegen.

Sämtlichen Cabrio-Fahrern dieser Stadt sei übrigens gesagt, dass die Musikauswahl absolut existentiell ist! Durch die falschen Klänge kann man sich total disqualifizieren. Was haben wir uns schon gewundert, welche Sachen man da zu hören bekommt! Neulich ein schöner alter Porsche Targa. Am Steuer ein smarter, südländisch wirkender junger Mann - und aus den Boxen tönt in voller Lautstärke Rammstein! Da ist man dann doch etwas überrascht, weil die Musik nicht zum Rest passt. Oder umgekehrt?

Wer sich jetzt unschlüssig ist, was die musikalische Untermalung seines Oben-ohne-Auftritts angeht, dem sei gesagt, dass Wiesn-Hits und sonstige Proleten-Gassenhauer ebenfalls ungünstig sind. Auch von Kuschelrock ist eher abzuraten. Das Einstellen eines Radio-Senders verbietet sich im Übrigen von selbst. Nach hinten losgehen kann auch HipHop, zumindest amerikanischer. Ist der Fahrer dann auch noch gekleidet wie Snoop Dogg und nickt im Takt der Musik lässig mit dem Kopf, kommt das aufgesetzt und prollig rüber.

Auch der Parkplatz des P1 weist im Sommer eine immens hohe Cabrio-Dichte auf. Selbstredend sieht man dort vorwiegend Exemplare der gängigen Luxusmarken. Da kann man dann beobachten, wie die geschniegelten Typen und die aufgehübschten Mädchen aus den Autos (die vermutlich Daddy bezahlt hat) steigen und das Schickimicki-Klischee unserer Stadt punktgenau erfüllen.

Dann heizt plötzlich ein roter Ferrari auf den Parkplatz und drängelt sich ganz vor bis zum Eingang. Fährt nicht Olli Kahn so ein Auto? Seit kurzem ist der einstige Torwart ja wieder Single.

Die Kolumne "After Eight" erscheint jeden Donnerstag auf "München Extra", dem Stadtportal von sueddeutsche.de.

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  1. Oben ohne durch die Stadt
  2. Sie lesen jetzt Weder Kuschelrock noch Wiesn-Hits
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(sueddeutsche.de/pfau)