Irgendwie lebt München in einem absurden Widerspruch. Einerseits tut sich in der Subkultur-Szene gerade in jüngster Zeit extrem viel. Partys in Abrissgebäuden, Urban-Art-Messen, alternative Locations gibt es mehr als je zuvor. Stadt und Leute öffnen sich, werden lockerer und - wenn man so will - großstädtischer.

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Andererseits kann München offenbar nicht lassen von der berühmt-berüchtigten Schickeria. Es gibt genügend reiche Leute in der Stadt, die für einen Gin Tonic ohne mit der Wimper zu zucken 18 Euro hinblättern. Und solche Leute wollen ihre besonderen Lokale. Nur der Style dieser elitären Partycrowd hat sich eben geändert. Schlabberlook statt Ralph-Lauren-Hemd, Wollmütze statt Krawatte, Tigerprint statt Perlenohrringe.

Die Frage, die bleibt: Wenn sich schon die Neo-Schickis in lässigem Streetstyle kleiden, wie soll sich dann noch die Subkultur-Szene optisch abheben? Gerade die Münchner sind bei ihrem Kleidungsstil ja nicht besonders mutig veranlagt. Ausgefallene Outfits sieht man im Stadtbild eher selten. Die Hoffnung, die aufkeimt, ist, dass die Münchner es endlich wagen, auch etwas ausgeflippter aufzutreten.

Ruhig mal den Hut von Opa Franz aufsetzen, eine Fellweste aus dem Second Hand überziehen oder sich eine außergewöhnliche Frisur - am besten im Retro-Style der Achtziger - verpassen lassen! Münchner, traut euch was! Oder wollt ihr ewig provinziell bleiben?

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  1. Die Neo-Schickis sind da
  2. Sie lesen jetzt Wollmütze statt Krawatte
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(sueddeutsche.de/sonn)