Tanzverbot zu Halloween: Denn der Spaß nehme überhand, fürchtet der Bayerische Landtag. Deshalb wird an den Feiertagen verschärft kontrolliert, ob die Musik auch aus bleibt.
In München fürchtet man einen Mitarbeiter des Kreisverwaltungsreferats (KVR) mehr als einen Zombie - zumindest an Halloween. Am Samstagabend ist es wieder soweit: Vampirfratzen, blutige Wunden, Messer im Rücken - auch in München gibt es mittlerweile zahlreiche Halloween-Fans, die sich nach stundenlangem Stylen vor dem heimischen Spiegel ins Nachtleben stürzen, um als Hexenbraut oder Frankenstein-Double mal richtig auf den Putz zu hauen.
Bild vergrößern
Wildes Tanzen verboten: An Halloween kontrolliert das KVR ganz genau, ob sich die Lokale an das Feiertagsgesetz halten. (© Foto: dpa)
Anzeige
Von der Party mit den keltischen Wurzeln, die aus den USA zu uns herübergeschwappt ist, kann man halten, was man will. Sicher ist, dass es auch in diesem Jahr wieder jede Menge Ärger geben wird.
Halloween findet traditionell am 31. Oktober statt. Und genau da liegt das Problem: Es ist nämlich der Abend vor Allerheiligen, dem Feiertag der katholischen Kirche, an dem man der Verstorbenen gedenkt. Laut bayerischem Feiertagsgesetz ist dieser Tag ein sogenannter "stiller Feiertag". Das heißt im Beamtendeutsch: "Öffentliche Vergnügungsveranstaltungen", also Tanzen und laute Musik, sind verboten. Die Regelung gilt im Übrigen nicht nur für Halloween-Partys, sondern für alle Musik- und Tanzveranstaltungen, also auch für Klubabende ohne Verkleidung.
Gut, mag da jetzt mancher entgegnen, das war doch schon immer so mit dem Tanzverbot an Feiertagen. Das stimmt zwar, doch neu seit vergangenem Jahr gilt, dass dieses Tanzverbot schon ab Mitternacht greift. Der Bayerische Landtag hat 2008 eingeführt, dass ab 0 Uhr Schluss ist mit dem Feiern.
In früheren Zeiten durfte die Party weitergehen bis zur Sperrstunde des Lokals, also beispielsweise bis vier Uhr morgens. Ausnahmegenehmigungen, wie sie einst möglich waren, gibt es seit 2008 auch nicht mehr.
Die Begründung der Gesetzesänderung: Seit Wegfall der Sperrstunde 2004 in Bayern drohe eine Verrohung der Sitten, die Spaßkultur nehme überhand. Da sah sich der Bayerische Landtag zum Handeln gezwungen und erließ 2008 das deutschlandweit strengste Feiertagsgesetz. Man müsse die Leute eben zwingen, die katholischen Feiertage ernst zu nehmen, heißt es bei der Regierung von Oberbayern.
Lesen Sie auf Seite 2, was den Wirten blüht, wenn sie sich nicht an die Regeln halten.
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite
- Thema
- After Eight RSS
- Kolumne: After Eight Vom Bett in die Disco 21.10.2009
- Kolumne: After Eight Sexfaktor Job 14.10.2009
- Kolumne: After Eight Bringt uns in Ekstase! 08.10.2009
- Kolumne: After Eight Roxy Munich hat Fieber 17.09.2009
- Kolumne: After Eight Wer ist Lahm? Hauptsache Party! 19.05.2010
- Kolumne: After Eight Headbangen mit dem Pfarrer 14.05.2010
- Kolumne: After Eight Reif für die Insel 06.05.2010
Anti-Piraterie-Abkommen
Die neueste Antwort
Gott ist nicht Tot, sondern etwas anderes als wir uns jemals vorstellen können. Es geht darum dass Religionen mit Ihren sehr, sehr zweifelhaften Gründen das Lernen, das Wissen, das Besserwerden, seit tausenden von Jahren unterdrückt wurde und wird.
Mehr dazu unter grundgesetz.wordpress.com/philosophie/09100-religionen/religion-viel-streit-um-nichts/
Lieber metropolit,
leider kann ich nicht sagen von welchen verschwundenen Kommentaren Sie hier sprechen, denn wir haben zu diesem Artikel keine Kommentare gesperrt. Sie sind doch sicherlich mit unseren "weitere Kommentare" und "ältere Kommentare"-Funktionen vertraut.
Mit freundlichen Grüßen,
Ihr Moderator
Liebe Redaktion,
bitte auch unliebsame Kommentare gelten lassen!
im Pott bin ich so gut wie nie, eher mal in Frankfurt oder Berlin. Aber das Bier ist in München unbestritten sehr gut :-)
Am besten im Frühling im Biergarten.
ich weiß nicht, ich bin von klein auf evangelisch. mir sind auch einige feiertage sehr wichtig, aber die bedeutung dieser Feiertage wird für mich nicht geschmälert, nur weil andere sie nicht mit mir teilen. Das mag daran liegen, dass im evangelischen Glauben es die persönliche Beziehung zu Gott ist, die bestimmt, wie wichtig etwas für einen ist oder auch nicht.
Da braucht es keine Rechtsverordnete Institution.
ich denke menschen, die den wert ihrer feiertage dadurch geschmälert sehen, dass nunmal die realität sie vor die tatsache stellt, dass nicht jeder ihren glauben teilt, sollten wirklich einmal in sich gehen und sehen wie es um ihren eigenen glauben tatsächlich bestellt ist.
ich werde am samstag nicht feiern gehen, einfach weil ich genug anderes zu tun habe. zb. für meinen abschluss in indologie zu lernen, um dann die dicke kohle zu machen. ja, ich bin ein unglaublicher kapitalist ;)
genauso wenig werde ich aber zum friedhof gehen weil hier in münchen nunmal kein angehöriger von mir liegt, noch werde ich wie der feiertag es eigentlich verlang den heiligen gedenken, die für mich keine bedeutung haben.
und ebenso ist es mir egal, was andere leute an dem tag machen. es wurde von lärmbelästigung und gewalt gesprochen. meinen diese Leute das wird besser, wenn die leute sichhalt statt im club daheim besaufen und dann sauer, dass sie nirgendwo feiern gehen können nach hause ziehen?
Paging