Das Café Kosmos am Hauptbahnhof hat sich hingegen für die "Raucherzone" entschieden. Das Rauchen wird im ersten Stock toleriert, während das Erdgeschoss Nichtrauchergebiet ist. Das Ausstellen von Mitgliedsausweisen ist im Übrigen reine Formalität. Manche Wirte verlangen eine kleine Gebühr, andere wiederum begnügen sich mit dem Eintrag der Personalien des Gastes in eine Liste.

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Ein ganz ausgefallenes Modell hat sich das Valentinstüberl im Dreimühlenviertel einfallen lassen. Gegen eine Gebühr von zehn Euro bekommt der Gast einen eigenen Schlüssel, mit dem er die Eingangstür während der Öffnungszeiten selbst aufschließen kann. Damit ist die Voraussetzung der geschlossenen Gesellschaft erfüllt, es darf geraucht werden. Das Konzept kommt an bei Münchens Rauchern, über 2000 Schlüssel hat die kleine Bar im vergangenen Jahr verkauft. Pro Schlüssel dürfen sich zwei Personen im Lokal aufhalten.

Am meisten gefürchtet war das Rauchverbot von den Clubs und Diskotheken. Zu fortgeschrittener Stunde und nach unzähligen Drinks hat doch kein Gast mehr Lust, sich zum Rauchen nach draußen zu begeben. Ärger mit dem Kreisverwaltungsreferat (KVR) war programmiert. Das Glück, über eine eigene Terrasse wie das P1 oder die Registratur zu verfügen, haben wenige.

Also wurden auch viele Diskotheken bald zu Raucherclubs. Den Anfang machte das Palais am Hauptbahnhof, andere Läden wie die Erste Liga zogen bald nach. Der Gast trägt sich am Eingang in eine Liste ein und erhält einen Raucherausweis - das war's.

Kontrollen vom KVR machen keinen Sinn mehr

Auch das KVR hat mittlerweile eingesehen, dass es nicht gegen diese Tricks ankommt. Weit über 1000 Raucherclubs gebe es in der Münchner Innenstadt, schätzt man dort. Von Kontrollen, ob das Rauchverbot eingehalten wird, sieht die Behörde inzwischen ab. Macht eh keinen Sinn mehr.

Nach der Bayernwahl im September 2008 hat der neue Ministerpräsident Horst Seehofer eine Lockerung des Nichtraucherschutzgesetzes angekündigt. Die Gesetzesänderung wird für Anfang Mai erwartet. Dann darf in Ein-Raum-Kneipen ganz legal wieder gequarzt werden. Das heißumstrittene Nichtraucherschutzgesetz war also nicht mehr als Schall und Rauch. Ein Glück für die Münchner Raucher und positiv für die vielgerühmte liberalitas bavariae. Trotzdem ein bisschen schade: War gar nicht so schlecht, nach einer durchgefeierten Nacht nicht zu stinken wie ein voller Aschenbecher.

Die Kolumne "After Eight" erscheint jeden Donnerstag auf dem neuen Stadtportal "münchen extra" von sueddeutsche.de.

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