Seit einem Jahr gibt es das Rauchverbot - doch Münchens Wirte zeigten sich äußerst kreativ in dessen Umgehung. In mehr als 1000 Raucherclubs qualmen die Nachtschwärmer weiter.
Glockenbachviertel, Baader Café, 22 Uhr: Die Bedienung stellt Aschenbecher auf die Tische. Es dauert nicht lange, da zünden sich fast wie auf Kommando die Hälfte der Gäste eine Kippe an. Eine halbe Stunde später ist es dampfig, neblig, stickig. Alles wie damals, vor gut einem Jahr, als es das Nichtraucherschutzgesetz noch nicht gab.
Bild vergrößern
Trotz Nichtraucherschutzgesetz darf man in vielen Münchner Kneipen rauchen. Der Raucherclub macht's möglich. (© Foto: AP)
Anzeige
In vielen Lokalen in München ist das Rauchen mittlerweile wieder erlaubt. Die Wirte haben sich bei der Umgehung des Gesetzes äußerst kreativ gezeigt. Es gibt die unterschiedlichsten Raucherclub-Modelle - von Mitgliedsausweisen über Raucherterrassen bis hin zu eigenen Schlüsseln für die Gäste.
Als das Rauchverbot am 1.1.2008 in Kraft trat, war der Aufschrei der überzeugten Raucher groß. Jetzt, nach gut einem Jahr, können wir beruhigt sagen: Alles ist nicht so schlimm gekommen, wie zunächst befürchtet. Im Gegenteil.
Man lernt schnell und unkompliziert neue Leute kennen
Zum einen haben sich die Raucher damit angefreundet, zum Qualmen vor die Tür zu gehen. In den Lokalen, in denen das Rauchverbot nach wie vor rigoros durchgezogen wird, wie etwa in der Favorit-Bar, im Holy Home oder im Pimpernel, ist es bereits zum Ritual geworden. Verschwörerisch nicken sich die Süchtlinge zu, schnappen sich ihre Jacken und entschwinden für fünf Minuten nach draußen. Das Herumstehen auf dem Gehsteig hat auch was Gutes: Man lernt schnell und unkompliziert neue Leute kennen, die noch dazu der gleichen Leidenschaft frönen.
Doch in vielen Kneipen müssen die Gäste zum Rauchen gar nicht mehr vor die Tür. Ein gern genommenes Modell der Münchner Wirte ist das "Rauch-Zeitfenster": Gepafft werden darf ab einer bestimmten Uhrzeit. Im Baader Café geht das Qualmen wie erwähnt um 22 Uhr los, im Egger in Schwabing schon ab 21 Uhr, in der Schnellen Liebe in der Thalkirchnerstraße darf man ab 23:30 Uhr zum Glimmstengel greifen. In manchen Lokalen hat sich ein fester "Rauchertag" eingebürgert, etwa in der Studentenkneipe Schall & Rauch im Uni-Viertel. Dort darf sonntags ab 17 Uhr geraucht werden.
Lesen Sie auf Seite 2, warum das KVR resigniert hat und keine Kontrollen mehr macht.
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite
- Thema
- After Eight RSS
- Kolumne: After Eight Kampf dem Katervieh 01.01.2009
- Kolumne: After Eight The same procedure ... 27.12.2008
- Kolumne: After Eight Von wegen stille Nacht 18.12.2008
- Kolumne: After Eight Wer ist Lahm? Hauptsache Party! 19.05.2010
- Kolumne: After Eight Headbangen mit dem Pfarrer 14.05.2010
- Kolumne: After Eight Reif für die Insel 06.05.2010
- Kolumne: After Eight Wir sind die Picknicker! 29.04.2010
Umstrittenes Anti-Piraterie-Abkommen
Die neueste Antwort
"Nein - ihr braucht die Geselligkeit der Raucher, ohne uns wäre es bei euch so langweilig, wie auf einem Jogakurs! Da liegt der Hase im Pfeffer! "
Das ist der größte Unsinn, den ich bisweilen gelesen habe. Als ob es einene Unterschied machen würde ob einer raucht oder nicht. Wenn dann könnte man sogar eher noch so argumentieren noch dass ksich die Raucher nervös an die Zigarette klammern, wenn sie mal nichtszu sagen haben, oder benutzen sie um Kontakte zu knüpfen...es gibt aber auch viele die andere Kommunikations-Themen haben außerhalb einer Gefährdung der Gesundheit.
Die neue Gesetzlage sieht Raucherräume vor. Wieso sollten Sie als Nichtraucher dadurch beinträchtigt werden? Sie führen hier eine Diskussion, als ob es das Nichtraucherschutzgesetz nicht gäbe! Dabei ist die überwiegende Mehrheit der Gaststätten rauchfrei. Ehrlich, worüber reden Sie eigentlich???
...hat Untersuchungen angestellt und herausgefunden, daß Nichtraucher, die sich mehrere Stunden täglich in verrauchten Räumen aufhalten, ein um etwa 20% häheres Riskio für Lungenkrebs haben, als eine völlig rauchfreie Vergleichsgruppe. Ähnliche Zahlen wurden auch durch andere Studien ermittelt. Daraus ergibt sich daß die zusätzliche Gesundheitsbelastung für z.B. Bedienungen in einer Raucherkneipe etwas auf dem Niveau eines Tankwartes liegt. Nicht schön, aber nicht Grund für eine totale Panikmache wie sie viele fanatische Nichtraucher betreiben. Denn bei geringerer Belastung,wie z.B. ein Kneipenabend zweimal die Woche, liegt man in einem Prozentbereich der unter der zuverlässigen Nachweisgrenze liegt.
Sie argumentieren hier die ganze Zeit, als hätte sich nichts geändert. Leben Sie in einer Alternativwelt? Oder waren Sie das letzte Mal 2007 aus???
50% befürworten das totale Verbot? Bitte mal den Nachweis liefern!
Ich selbst gehöre zu den toleranten Rauchern, die auf privaten Parties selbstverständlich und unaufgefordert vor die Tür gehen für meine zigarette. Aber ich sehe nicht ein, warum es keine getrennten Raucherräume in Gastwirtschaften geben sollte, mit entsprechender Belüftungstechnik natürlich. Sowas gibt's in den meisten anderen Bundesländern, und die "Atmosphäre" ist dadurch wesentlich besser geworden. Gerade deswegen war ich auch für das Nichtraucherschutzgesetz, da die Gastwirte aus eigenm Antrieb einfach nicts nternommen haben. Aber das totale Rauchverbot in Bayern ist doch nur auf Grund von starken und fanatischen Nichtrauchergruppen entstanden, die das Rauchen am liebsten überall verbeiten würden. Die Logik blieb dabei auf der Strecke. Inwieweit werden Nichtraucher durch Raucherräume beeinträchtigt? Mit der richtigen Technik gibt es kein Problem.
Paging