Von Joseph von Westphalen

Autor Joseph von Westphalen pocht auf sein Recht auf Unvernunft und gratuliert den Nichtrauchern.

Nur nicht jammern jetzt. Das passt nicht zu uns. Wir sind keine Memmen. Wir fürchten den Tod nicht. Soweit wir männlichen Geschlechts sind, haben wir einst mit dem Rauchen begonnen, weil wir es männlich fanden.

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(© Foto: AP)

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Und die Mädchen haben geraucht, weil sie Frauen sein wollten und eine Frau sich sagt: Was die Männer können, das kann ich auch. Die Zigarette war das Rauchzeichen des Erwachsenseins mit seinem Grundrecht auf Unvernunft.

Nun hat die Vernunft gesiegt. "All Herrlichkeit der Erden, muss Rauch und Asche werden." Damit ist es vorbei. Die alte Weisheit gilt nicht mehr. Dass die barocke Erkenntnis von der Vergänglichkeit nun auch im katholischen Freistaat mit seinen vielen hübschen Barockkirchen mit einem Rauchverbot verhöhnt wird, ist unfasslich. Von einem Land, in dem die Konservativen den Ton angeben, hätten wir mehr Widerstand und Traditionsbewusstsein erwartet.

Dies einzige Mal hättest du uns, du erbärmliche bayerische CSU, mit deiner grimmigen Halsstarrigkeit Respekt abverlangen können. Bayern hätte die Chance gehabt, eine Enklave zu werden, wo man im Wirtshaus weiter in Würde dem unvermeidlichen Gevatter Tod ins Gesicht sieht, aber du, bayerische Regierung, bist eben auch nur ein europageiles, modernistisches, gesundheitsfanatisches, laptopflaches, windelweiches Fitness-Ei. Pfui.

Was soll ich noch im Münchner Hofbräuhaus, wenn ich verschreckten amerikanischen Touristen nicht mehr Rauch ins Gesicht blasen kann, um ihnen auf diese Weise diskret und ohne Worte klar zu machen, dass man sich auch friedlicher gegen das Böse wehren kann als mit durchgeladenen Waffen, auf deren Patronenschachteln nicht mal der Hinweis steht, dass Schießen tödlich sein kann.

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