Von Michael Tibudd

Die rot-grüne Stadtregierung gibt Gas beim Klimaschutz. Bis 2015 sollen alle Privathaushalte mit regenerativer Energie versorgt werden.

Die Stadtratsfraktionen von SPD und Grünen preschen mit einem Anliegen vor, das von einigem Ehrgeiz zeugt: Geht es nach dem Willen der Rathauskoalition, dann werden in München schon im Jahr 2015 sämtliche 750.000 Privathaushalte mit Strom aus erneuerbaren Energien versorgt.

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Die rot-grüne Stadtregierung in München verfolgt ein ehrgeiziges Ziel: 2015 sollen alle Privathaushalte Strom aus regenerativen Energiequellen beziehen. (© Foto: ddp)

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Zehn Jahre später, 2025, soll das auch für alle Unternehmen gelten. Rot und Grün formulierten das am Dienstag in einem entsprechenden gemeinsamen Antrag, über den der Stadtrat nach der Sommerpause abstimmen soll.

Damit würden die bisherigen Klimaschutzpläne der Stadt erheblich beschleunigt. Aus dem Jahr 2007 stammt ein Beschluss, demzufolge die Stadtwerke ihren Anteil an erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2020 verfünffachen müssen - was dann in etwa der Vollversorgung aller Haushalte entspräche.

"Die Stadtwerke haben innerhalb des letzten Jahres gezeigt, dass sie dieses ehrgeizige Ziel nicht nur erreichen, sondern sogar deutlich übertreffen können", heißt es nun in dem gemeinsamen Antrag. In der Tat verkündeten die Stadtwerke zuletzt eine ganze Reihe von Investitionen in große Ökostromprojekte. Zuletzt sicherte sich der Münchner Energieversorger fünf Windparks in Mittel- und Norddeutschland, über die bereits Strom für 40.000 Haushalte fließt.

Beteiligung an Windpark an der Nordsee

Einige Wochen zuvor stiegen die Stadtwerke in Bau und Entwicklung eines Solarkraftwerks in Südspanien ein, das vergleichbar viel Strom liefern soll. Dickster Batzen bisher allerdings war die Beteiligung an einem großen Windpark an der Nordsee. Im Jahr 2013 soll eine Großanlage auf offener See fertig sein, die Strom für 140.000 Haushalte liefert.

Allein damit verdoppelt sich die Ökostrommenge für München - heute werden 140.000 hiesige Haushalte vornehmlich aus Wasserkraft versorgt. Bliebe es bei den bisher bekannten Plänen, so würden nach deren Vollendung 370.000 Haushalte mit Ökostrom beliefert.

"Wir halten dieses äußerst ehrgeizige Ziel für realisierbar", teilten die Stadtwerke in Reaktion auf die neue Forderung mit. Aus dem Nichts kommt diese für das kommunale Unternehmen nicht: Nach übereinstimmenden Bekundungen haben sich Vertreter der Grünen- wie der SPD-Ratsfraktion vorher nach der dafür nötigen Lust zum Engagement bei den Stadtwerken erkundigt.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, wie die Stadtwerke die Investitionen finanzieren wollen und warum die bisherigen Klimaschutzpläne beschleunigt werden.

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