Im Vereinsheim plaudern Münchner Klatschreporter, unter ihnen Michael Graeter, über ihr Metier, Pseudo-Promis und Luca Toni.
Den älteren Herrn haben sie ein bisschen abseits gesetzt, aber das hat sicher nichts zu bedeuten. Denn wenn Michael Graeter eins kann, dann dieses: sich selbst in den Mittelpunkt stellen. Und so dauert es nur wenige Minuten, bis klar ist, wer an diesem Abend der Chef ist auf der Bühne des "Vereinsheims".
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Kimberly Hoppe und Michael Graeter auf dem "Klatsch-Gipfel" in der Münchner Bar Vereinsheim. (© Foto: Robert Haas)
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Ein "Klatsch-Gipfel" soll es also sein an diesem Mittwoch in der nicht so wahnsinnig glamourösen Kneipe, auf jeden Fall jedoch ein "hochkultureller Beitrag", wie Moderator Arno Makowsky sagt, im Hauptberuf Chefredakteur der Abendzeitung.
Denn Klatsch, das ist in München "das wichtigste Thema überhaupt". Deshalb hat er drei Kollegen auf die Bühne gebeten, die sich mit dem Sujet auskennen sollten - neben Graeter noch Kimberly Hoppe, aktuelle People-Kolumnistin der AZ, und Christian Mayer, der jahrelang die Leute in die Süddeutsche Zeitung brachte.
Das "gefährliche und romantische" Leben der Klatschreporter
Zunächst darf Graeter ein bisschen erzählen, wie es früher war, als er mit Flick und Ernst August und Roman Polanski auf Du und Du war. Christian Mayer findet, das höre sich nach einem "gefährlichen, romantischen Leben" an, und gratuliert dem Kollegen, dass er das alles offenbar "physisch gesund und geistig stabil" überstanden habe. Kimberly Hoppe unterstellt ihm sogar, er sei ein "Frauenversteher". Ob Graeter dabei geschmeichelt oder gequält schaut, ist nicht eindeutig feststellbar.
Dann zieht er vom Leder - gegen die Pseudo-Promis, gegen den "leeren Krug, der mal mit einer Schauspielerin zusammen war und jetzt mit der ehemaligen Frau eines ehemaligen Fußballspielers rumzieht". Mayer bricht eine Lanze für die C-Promis, allerdings zugegebenermaßen aus Mangel an anderen: "An die wirklich Großen kommt man heutzutage nicht mehr ran."
Erstaunliche Parallelen werden gezogen, Mayer sieht in Luca Toni den legitimen Wiedergänger Rudolph Moshammers, während Hoppe findet, der James Graser von heute heiße Davorka. Das ist alles recht amüsant, wenn auch nicht sehr tiefgründig. Das wahre Problem einer Leute-Kolumnistin bringt schließlich Kimberly Hoppe auf den Punkt: "Wenn ich Brad Pitt treffe - was ziehe ich vorher an?"
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(SZ vom 11.12.2009/hs)
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