Das Münchner Verwaltungsgericht bestätigt den Rauswurf einer 32-jährigen Polizistin, die ihre Beamtenstellung ausgenutzt hat.
Weil sie privat ins Rotlichtmilieu abgedriftet sein soll, will das Polizeipräsidium eine heute 32-jährige Polizistin los werden. Die zierliche, dunkelhaarige Frau wehrte sich am Dienstag vor dem Verwaltungsgericht gegen den Rauswurf. Nach Darstellung der Behörde soll sie unter anderem ihren Dienstausweis für private Zwecke missbraucht, in einem Swingerclub gearbeitet und sich auch prostituiert haben. Die bisherige Polizeiobermeisterin sagt dagegen, dass man sie loswerden wollte, nachdem sie zweifelhafte Angebote ihres Vorgesetzten zurückgewiesen habe. "Meine Mandantin wurde vorher sogar noch für ihre vorbildliche Dienstauffassung und ihren Einsatz belobigt", sagt Rechtsanwältin Gabriele Schenk.
Auch in einem Swingerclub soll die Polizistin gearbeitet haben. (© Foto: sru)
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Für eine Ordnungshüterin war der private Umgang der Polizistin sicherlich nicht typisch. Nach eigenen Aussagen hatte sie in einer Disko einen Mann kennen gelernt, der nach Darstellung der Polizei mehrfach vorbestraft ist - unter anderem musste er wegen Zuhälterei mehr als vier Jahre absitzen - und zu diesem Zeitpunkt einen Swingerclub als Geschäftsführer leitete. Mit seiner früheren Freundin, die den Club betrieben hatte, war der Mann dann aber über Kreuz geraten. Deshalb ließ die "Ex" die Türschlösser zum Club auswechseln.
Als der Geschäftsführer dies bemerkte und seinerseits den Schlüsseldienst rief, verlangte der nun misstrauisch gewordene Handwerker nach eigenen Aussagen die Anwesenheit eines Anwalts oder Polizisten. Der Geschäftsführer war daraufhin mit seiner Freundin, der Polizeiobermeisterin, zur Türöffnung erschienen, die dem Handwerker dann den Dienstausweis gezeigt habe. Sie erklärte dagegen, dies sei nur geschehen, weil sie keinen Personalausweis dabei gehabt habe - "und ich habe ihm gesagt, dass es keine Polizeiangelegenheit ist, sondern eine Zivilsache".
Ermittlungsverfahren wegen Prostitution eingestellt
In einer Verhandlungspause sagte die klagende Polizistin, dass ihr damaliger Freund in der Detektiv-Soap "Lenßen & Partner" als Bösewicht mitgespielt habe. Stolz habe sie davon auf ihrer Dienststelle erzählt. Daraufhin sei ihr nahegelegt worden, sich von diesem Mann zu trennen, nur dann dürfe sie "zur Kripo", andernfalls würde sie gar rausfliegen. In diesem Zusammenhang habe sie Personenabfragen über den Polizeicomputer vorgenommen, um näheres zu erfahren. Dafür wurde die Polizistin kurz darauf mit einem Bußgeld bestraft.
Ihr wird auch noch vorgeworfen, in dem Swingerclub gegen Bezahlung getanzt und hinter der Bar gearbeitet zu haben. Außerdem soll sie in einem Magazin unter der Rubrik "private Sexkontakte" Männer gesucht haben. In mindestens zwei Fällen seien ihr dafür "materielle Gegenleistungen erbracht worden". Die Staatsanwaltschaft hatte ein entsprechendes Ermittlungsverfahren jedoch eingestellt, weil "die ausgeübte Prostitution nicht in einem ausgewiesen Sperrbezirk erfolgt" sei.
Die Angeklagte bestreitet Nebentätigkeiten
Des weiteren soll auf dem Dienst-PC der Polizistin ein Video mit dem bezeichnenden Titel "Gewalt im Büro" gefunden worden sein. Die Betroffene sagte in der Verhandlungspause, dass die Kontaktanzeige anonym erschienen sei und "der Erweiterung des Horizonts" gedient habe. Auf der neben dieser Anzeige stehenden pornografischen Abbildung sei ihr Gesicht unkenntlich gewesen. "Die konkrete Ausgestaltung meines Sexuallebens geht den Dienstherrn nichts an", meint sie. Die Vorwürfe einer Nebentätigkeit als Tänzerin oder Barfrau bestritt die Ex-Polizistin im Prozess - der Vertreter des Staats meinte dagegen, all das sei "ausreichend belegt".
Die 5.Kammer wies die Klage der Ex-Obermeisterin schließlich ab. Nach Meinung des Gerichts steht fest, dass sie bei der Türöffnung "in eigener Sache als Polizistin tätig geworden ist und damit ihre dienstliche Stellung zu Gunsten des damaligen Lebensgefährten ausgenutzt hat". Dazu komme das private Abfragen des Polizei-PCs, um Daten über Bekannte zu erlangen. Allein das genüge für die Entlassung. "Hinzu kommt das nicht bestrittene Anbahnen von Sex-Kontakten, das dem öffentlichen Ansehen der Polizei schadet" (Az.:M5K07.5960).
Anwältin Schenk versteht nicht, wie eine anonyme Chiffre-Anzeige das Ansehen der Polizei schädigen kann - sie will beim Verwaltungsgerichtshof die Berufung beantragen.
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(SZ vom 01.07.2009/sus/sonn)
Frauen in Saudi-Arabien
Die neueste Antwort
"Man kann immer wieder in den Zeitungen lesen das Bordellbetreiber gute Kontakte zur Strafjustiz und Polizei unterhalten. "
Ja genau...
Man, informieren Sie sich doch erstmal bevor Sie so ein Zeugs hier verbreiten.
Wenn Herr Amtsrichter zur Prostituierten geht ist das legal? Scheinbar. Wenn ein bayerischer Minsterpräsident seine Gene unter das Volk streut auch. Ein ehemaliger Bundesfinanzminister ist auch in fremden Betten herumgeturnt. Ein SPD Verteidiungsminister hielt auch Stellung in fremden Betten. Was fällt auf. Alles Männer!!! Escortservice Unternehmen blühen und schaut mal in die Preislisten. Hartz IV Empfänger sind sicher nicht Kunden. Das sind Topmanager, die ihren Rüssel in den Blüten platzieren.
Lasst die Polizistin doch das machen was ihr Spass macht.
Diese Urteil ist auch wieder ein Beispiel für Sexismus. Und wenn man wirklich den Moralapostel spielen möchte: Macht es wie in Skandinavien, da werden die Freier bestraft und manchmal ist auch ein Richter dabei!!!
es ist ja nicht das erste Mal, daß die Polizei negativ aufgefallen ist. Den Missbrauch des Dienstausweises würde ich jederzeit glauben. Habe leider auch schon Erfahrungen gemacht, in der Polizisten ihre Stellung missbraucht haben.
Polizisten müssten allgemein mehr kontrolliert werden. In Bayern/ München haben viel leider allzu oft Narrenfreiheit. Dies verschlechtert mittel- bis langfristig nur das Verhältnis der Bürger zum Staat/ Polizei...
... nein Swingerclubs sind keine Bordelle. Und nicht jede Frau, die nach einer sehr teueren Essenseinladung Sex hat, ist eine Prostituierte.
Aber das mit dem Missbrauch des Diesntausweises, das ist heftig.
Man kann immer wieder in den Zeitungen lesen das Bordellbetreiber gute Kontakte zur Strafjustiz und Polizei unterhalten.
Dieser Fall überrascht mich gar und gar nicht.
Mann sollte auf keinen Fall, eine Pauschalschellte betreiben. Nicht alle Polizisten oder StA , haben Treck am Stecken.
Auf die Frage von Fr. Anwältin Schenk, sie verstehe nicht, wie eine anonyme Chiffre-Anzeige das Ansehen der Polizei schädigen kann. Stellen Sie sich vor Frau Anwältin, vormittags erhalten sie von der Polizistin einen Strafzettel und eine schlaumeier Belehrung weshalb sie falsch geparkt haben, abends bekommen Sie von der einen und selben Person Sex-Leistungen.
Passt irgendwie nicht zusammen, meinen Sie nicht auch Fr. Anwältin?