Kindertagesstätte in der Fasanerie Gift im Neubau

Atembeschwerden, Schwindel oder Übelkeit: Solche Symptome können durch Formaldehyd hervorgerufen werden. Weil die Belastung durch das Gas zu hoch war, hat die Stadt nun eine Kindertagesstätte in der Fasanerie geschlossen.

Von Jakob Wetzel

Formaldehyd in einer Kindertagesstätte in der Fasanerie: Weil bei einer Routinemessung die Richtwerte des krebserregenden Stoffes um bis zu 60 Prozent überschritten wurden, hat das städtische Referat für Bildung und Sport am Freitagnachmittag eine Kindertagesstätte am Tollkirschenweg 8 vorübergehend geschlossen. Kinder und Erzieher sollen einstweilen in einer anderen Einrichtung untergebracht werden.

Woher die Giftstoffe stammen, ist noch unklar - und ebenso, wie sie beseitigt werden können. Formaldehyd ist ein stechend riechendes, farbloses Gas, das vor allem in Leim von Holzwerkstoffen, also von Spanplatten, Sperrholz und Tischlerplatten, verwendet wird. Bei hohen Konzentrationen kann das Gas zu Reizungen der Augen und der Atemwege führen. Mögliche Symptome sind Kopf- und Ohrenschmerzen, Atem- und Kreislaufbeschwerden, Schwindel, Übelkeit und Nervosität.

Bei solchen Beschwerden rät die Stadt dazu, einen Arzt aufzusuchen. Die betroffene Kindertagesstätte war erst in diesem Jahr eröffnet worden. Die Stadt München hatte die Räume 2013 ohne Beanstandung auf Schadstoffe untersucht. Erneute Messungen in verschiedenen Zimmern ergaben nun in der Luft eine Formaldehyd-Belastung von 0,103 bis 0,16 ppm (parts per million). Der Richtwert liegt bei 0,1 ppm.